Retrofit von TIcketautomaten im Kanton Bern
Jahr: 2025
Ziele/Ideen
Das Projekt zeichnet sich durch einen konsequent nachhaltigen Ansatz aus: Statt kostenintensivem Neubau werden bestehende Komponenten intelligent weiterverwendet – sowohl außen als auch im Inneren der Automaten. Die Modernisierung erfolgt mit minimalem Eingriff in bestehende Strukturen, was Zeit, Ressourcen und Emissionen spart. Besonders innovativ ist zudem, dass der Umbau durch die Verkehrsunternehmen selbst durchgeführt wird. Dadurch bleibt das technische Know-how im eigenen Haus, was Betrieb und Wartung langfristig vereinfacht und unabhängiger macht. Das Projekt verbindet technische Erneuerung mit ökologischer und betrieblicher Nachhaltigkeit – ein zukunftsweisendes Modell für öffentliche Infrastruktur.
Kurzbeschreibung
Die Verkehrsunternehmen Bernmobil, BLS, RBS, BSU, BGU, VB, ASM und CJM betreiben im Kanton Bern Ticketautomaten des selben original Herstellers, die sich am Ende ihres Lebenszyklus befinden. SCS entwickelte ein Retrofit-Konzept, das die bestehende Infrastruktur weitgehend erhält: Gehäuse, Sockel, Betonfundamente sowie sämtliche Zuleitungen bleiben unverändert. Auch im Inneren der Automaten wurden vorhandene Haltepunkte und mechanische Komponenten weitestgehend weiterverwendet, sodass neue Rechner, Drucker und Bildschirme mit minimalstem Aufwand integriert werden konnten. Der Umbau wird von den Verkehrsunternehmen selbst durchgeführt. Damit verbleibt das technische Know-how für Wartung und Betrieb direkt bei den verantwortlichen Technikern vor Ort. Das Ergebnis sind moderne, leistungsfähige Automaten mit neuen Funktionen – bei minimalem baulichen Eingriff, reduziertem Ressourceneinsatz und deutlich geringeren Kosten. Retrofit verlängert die Nutzungsdauer der Automaten bis mind. 2035.
Resultate
Die ersten 5 Automaten wurden erfolgreich umgerüstet und sind seit mehreren Monaten störungsfrei in Betrieb. Durch den Retrofit konnten pro Automat ca. 150 kg Material (Metallgehäuse, Sockel, Fundament) eingespart und auf Aushub- sowie Betonarbeiten vollständig verzichtet werden. Dies reduziert den CO₂-Fussabdruck im Vergleich zu einem Neubau um geschätzte 60–70 %. Die durchschnittliche Umbauzeit vor Ort liegt unter einem Tag, was Ausfallzeiten und Eingriffe in den Betrieb auf ein Minimum beschränkt.
Der soziale Mehrwert zeigt sich in barrierefreien Funktionen gemäss BehiG, einem verbesserten Nutzererlebnis (schnellere Bedienung, moderne Bezahlfunktionen) und der Tatsache, dass die Umbauten von den Betrieben selbst durchgeführt werden – Know-how und Verantwortung bleiben lokal verankert. Die Rückmeldungen von Fahrgästen und Betriebspersonal sind durchweg positiv.
Partner
BLS: Gesamtprojektleiter auf Kundenseite