Mobilitätsdrehscheibe Fritzens Wattens. Auf kurzen Wegen durch den Alltag.
Jahr: 2026
Bundesland: Tirol
Ziele/Ideen
„People on the go“ müssen von der Haustüre bis zur Ankunft eine Mobilitätskette vorfinden, die funktioniert. Der Wechsel des Verkehrsmittels sollte reibungslos und angenehm sein. In Fritzens Wattens werden die unterschiedlichen Mobilitätsmodule nicht mehr aneinandergereiht, sondern die bauliche Struktur des neuen Bahnhofs als ineinandergreifendes, funktionales System von Busverkehr, Rad-und Fußverkehr und PKW realisiert. Komplexe Umstiege werden abgelöst von direkten, kurzen Fortbewegungsabläufen in klar gesetzten Wegenetzen. Diese Form integrierter Mobilität bedeutet eine reale Erweiterung der Barrierefreiheit für alle. Zwischen Fahrradabstellanlage und Bahnsteig liegen 200 Meter, was einer Gehzeit von 2-4 Minuten entspricht, das Busterminal ist im Parkdeck angedockt und die Bahnsteige witterungsgeschützt erreichbar. „So wird der Umstieg alltagstauglich. Wer mit dem Rad zum Bahnhof kommt, wird hier ernst genommen. Das entlastet Straßen, Orte und Umwelt“ Radlobby Tirol
Kurzbeschreibung
Der Bahnhof Fritzens-Wattens wurde bis April 2026 in Hybridbauweise (Holz und Stahlbeton) zu einer leistungsstarken und architektonisch anspruchsvollen Mobilitätsdrehscheibe mit hoher Aufenthaltsqualität erweitert. Alle Formen der Mobilität sind hier auf kurzen Wegen (im Radius von 200 Metern) barrierefrei für alle effizient verknüpft. Als Station für Regionalzüge und Nahverkehr konzipiert, wird das Inntal künftig optimal an die großen Verkehrswege angebunden und stellt zugleich ein Tor zum zukünftigen Brennerbasistunnel und den internationalen Verbindungen dar. Der bedeutendste Nachhaltigkeitsaspekt liegt in der einladenden Geste dieses Bauwerks auf den Öffentlichen Nahverkehr und aktive Mobilitätsmodi umzusteigen und in der städtebaulichen Aufwertung der Gemeinden.
Resultate
Das Investitionsvolumen lag bei rund 95 Mio. Euro, Errichtung von 5km Gleisinfrastruktur und 2 Inselbahnsteigen mit je 220m Länge, Aufstockung der Güterzugkapazität auf 740m Länge, Schaffung von 160 B+R Plätzen, 155 PKW-und 35 Zweirad-Stellplätzen im Parkdeck, Installation von 4 Aufzügen, Realisierung eines funktionalen Systems integrierter Mobilität mit hoher Aufenthaltsqualität, Schaffung einer neuen Rad- und Fußgängerbrücke als Verbindung zwischen Fritzens und Wattens – nicht nur für Bahnkund:innen, sondern auch als zusätzliche Alltagsverbindung der Gemeinden. Holzhybrid-Bau mit 750m3 Tiroler Fichtenholz. Der neue Bahnhof ist eine erfolgreiche Einladung zum Umstieg auf den ÖPNV geworden, der trotz seiner Dimension den menschlichen Maßstab bewahrt.
Partner
ÖBB-Infrastruktur AG: Projektträger, Finanzierung, Ausschreibung und Umsetzung der Bahnanlagen.
Land Tirol: Mitfinanzierung der Mobilitätsdrehscheibe und Verkehrsinfrastruktur.
Bernard Gruppe: Streckenplanung, Tragwerksplanung, BIM-/Planungskoordination, Schall- und Erschütterungstechnik.Planung der Eisenbahntechnik und Oberleitungsanlagen.
Gemeinde Fritzens: Beteiligung an Planung, Finanzierung und örtlicher Abstimmung.
AEP Planung und Beratung GmbH: Elektrotechnische Planung, Infrastruktur- und Verkehrsprojekte
Marktgemeinde Wattens: Beteiligung an Planung, Finanzierung und Erschließung.
Fröschl Bau AG & Co KG: Hoch- und Tiefbau