Integriertes Standortentwicklungskonzept Standortoffensive Rossau

Einreichende Institution: Stadt Innsbruck - Amt für Stadtplanung, Mobilität und Integration
Jahr: 2025
Bundesland: Tirol
Projektbild 25047

Ziele/Ideen

Das Projekt ist vor allem dahingehend innovativ, da es ein in vielen Gemeinden vernachlässigtes Gebiet am “Rande der Stadt” in den Fokus rückt: das Gewerbegebiet. Während sich viele Stadtentwicklungsmaßnahmen auf Wohn- und Innenstadtbereiche konzentrieren, wurde mit der Standortoffensive Rossau erstmals ein großflächiges Wirtschaftsgebiet systematisch und integriert betrachtet auch unter Beteiligung der Betriebe vor Ort – von nachhaltiger Mobilität, Aufenthaltsqualität und Klimaanpassung bis zu qualitätsvollem Nachverdichten. Gewerbegebiete gelten häufig als funktionale Räume – ohne Ansprüche an Lebensqualität, guter ÖV-Erreichbarkeit oder Begrünung. Dabei arbeiten hier tausende Menschen, die dieselben Bedürfnisse haben wie in anderen Stadtteil. Vor allem für die täglichen Staus, Dauerparkende und schlechte ÖV-Anbindung forderten die UnternehmerInnen Lösungen. Mit der Entwicklung dfes Konzeptes wurde die Grundlage geschaffen für den weiteren, sukzessiven Umbau des Gebiets.

Kurzbeschreibung

Die Rossau, größtes zusammenhängendes Wirtschaftsgebiet Westösterreichs, beherbergt auf 160 ha rund 1.000 Betriebe mit 13.000 Beschäftigten. Seit den 1960r Jahren wurde die Erschließung fast ausschließlich auf den motorisierten Individualverkehr (MIV) ausgerichtet – mit gravierenden Folgen: fehlende Geh- und Radwege, unzureichender ÖPNV, Staus und geringe Aufenthaltsqualität. Die 2022 gestartete Standortoffensive Rossau setzte hier an: In einem zweijährigen, integrierten Standortentwicklungskonzept wurde für das Wirtschaftsgebiet ein umfassendes Konzept auch mit starkem Mobilitätsfokus entwickelt. Ziel ist es, die Rossau nachhaltig zu entwickeln – im Mobilitätsbereich durch bessere ÖV-Anbindung, barrierefreie Fuß- und Radwege, Begrünung, Servicierung der Betriebe hinsichtilch BMM sowie klimaangepasster Umgestaltung des Straßenraums. Das 2024 politische beschlossene Konzept mit 74 konkreten Maßnahmen ist nun der strategische Fahrplan für die künftige Entwicklung des Gewerbegebiets.

Resultate

Die Standortoffensive Rossau wurde Juni 2024 politisch beschlossen. Seither wird intensiv an der Umsetzung der Maßnahmen gearbeitet. Bisher konnten im Bereich der Mobilität folgendes erreicht werden:
– Stellplatzerhebung durch externe Firma
– Verlängerung der Linie F (IVB) bis Rum
– Einführung gebührenfreie Kurzparkzone im gesamten Gewerbegebiet (Gebühren von 1 bis 5 Uhr nachts), wodurch Rossau für Dauerparkende unattraktiv. Der notwendige Straßenraum für den dringend notwendigen Straßenumbau wird dadurch frei.
– Erstellung Strategisches Straßenraumkonzept durch ämterübergreifende Zusammenarbeit. Die jeweiligen Straßenzüge werden darin hinsichtlich Errichtungsmöglichkeit von Gehsteigen, Radwegen und Begrünung nach Einführung gebührenfreier Kurzparkzone dargestellt.
– Veranstaltung und Servicierung der Betriebe hinsichtliche BMM und überbetrieblicher BMM durch das seit Juli 2024 tätige Quartiersmanagement Rossau.
– Errichtung von 2 Stadtrad-Stationen im Gebiet. Weitere sind in Planung.

Einreicher

Stadt Innsbruck – Amt für Stadtplanung, Mobilität und Integration

Partner

RAUMPOSITION GmbH: Lead Prozessbegleitung Thema: Stadtplanung, Architektur
con.sens verkehrsplanung und mobilitätsdesign zt GmbH: Thema: Mobilität und Verkehr
Emrich Consulting zt GmbH: Thema: Energie und Wirtschaft

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