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Schwaz und Wattens fahren ummadum

Schwaz und Wattens fahren ummadum

Ziele/Ideen

Erstes Problem ist die Verkehrsbelastung und die daraus resultierenden Folgewirkungen wie Stau, Umweltbelastung, Zeitverlust und die hohen Kosten. Der motorisierte Individualverkehr ist nicht nur in Großstädten zentraler Bestandteil der öffentlichen Diskussion und starker Indikator der wahrgenommenen Lebensqualität. Auch Wattens und Schwaz haben, wie viele andere Gemeinden und Städte, mit einem erheblichen Verkehrsaufkommen zu kämpfen (beide haben jeweils ca. 5.500 Einpendelnde). Geeignete Szenarien zur Reduktion des motorisierten Individualverkehrs müssen gefunden werden, um Belastungen zu reduzieren, die Erreichbarkeit zu erhöhen und die Aufenthaltsqualität zu verbessern.
Vor allem im ländlichen Raum ist ein Fortkommen ohne eigenes Auto nach wie vor nur schwer möglich. Dieses Problem verstärkt sich durch eine zunehmende Zersiedelung und die damit steigende Anzahl an Pendlerinnen und Pendler. Die Zahl der Privatfahrzeuge wächst weiter stark (z.B. Tirol +23 Prozent seit 2005, Quelle: VCÖ 2017), diese werden aber im Schnitt nur eine Stunde pro Tag bewegt. 80 Prozent der Fahrten liegen dabei unter 20 Kilometern.
Der durchschnittliche Besetzungsgrad der Fahrzeuge in Österreich sank im gleichen Zeitraum von 1,4 auf unter 1,2 Personen (im Berufsverkehr sogar nur 1,06), obwohl insbesondere die Berufspendelnden häufig zu gleichen Zeiten fast idente Strecken fahren. Gleichzeitig leiden die Städte und Gemeinden an den Hauptverkehrsrouten am Verkehrsaufkommen und dessen Schadstoffemissionen. Parkplätze sowie Park & Ride Anlagen sind chronisch überlastet und müssen weiter ausgebaut werden. Die Notwendigkeit ein Auto zu besitzen, und die daraus resultierende Überlastung der Straßen bedeuten für Berufspendlerinnen und Berufspendler erhöhte Mobilitätskosten und einen Zeitverlust am Weg von und zur Arbeit.
Zweites Problem ist der Kaufkraftabfluss. Wattens und Schwaz bzw. die dort angesiedelten Unternehmen spielen in der Region eine wichtige Rolle als Arbeitgeber. Neben einer Vielzahl an Handels- und Gewerbebetrieben sorgen große Industriebetriebe wie Swarovski oder das Bezirkskrankenhaus Schwaz dafür, dass beide Orte bedeutende Wirtschaftsfaktoren in der Region sind. Laut Statistik Austria pendeln jeweils knapp 5.500 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werktags in die Gemeinden ein und aus. Ein Großteil dieser Pendlerinnen und Pendler verlässt nach Beendigung der Arbeit den Ort wieder und nur wenige suchen lokale Gewerbetreibende auf, um dort Zeit zu verbringen oder Besorgungen zu tätigen. Dieses würde jedoch den lokalen Unternehmen den Rücken stärken, vor allem in Zeiten des immer schneller wachsenden Online-Handels und dem damit einhergehenden Abfluss von Kaufkraft.

Kurzbeschreibung

Unter der Führung der Destination Wattens und gefördert vom Land Tirol, haben die Stadt Schwaz und die Marktgemeinde Wattens mit der D. Swarovski KG und dem Bezirkskrankenhaus Schwaz eine Kooperation geschlossen. Ziel ist es, gemeinsam mit dem Mobilitäts-Start-Up ummadum, eine Ridesharing Plattform mit einem neuartigen Anreizsystem zu starten.
Pendleinnen und Pendler vernetzen sich unkompliziert über die App, teilen Fahrten von und zur Arbeit und reduzieren ihre Kosten. So steigt der Besetzungsgrad in den Pkw und die Infrastruktur wird entlastet.
Herzstück der App sind ummadum-Punkte. Diese werden von den Gemeinden und Betrieben erworben und an Bürgerinnen und Bürger und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilt. Die Punkte können zum Mitfahren in der App verwendet werden. Nach einmaliger Verwendung können diese Punkte im regionalen Handel eingelöst werden. Ein- und Auspendelnden sollen dadurch Alternativen zu individuellen Arbeitswegen geboten werden. Außerdem leistet die Lösung einen Beitrag zum Klimaschutz.

Resultate

Das Projekt startete Anfang Oktober 2018. Ende Jänner 2019 wurde die App in der Region veröffentlicht. Seitdem haben sich über 800 User auf der Plattform registriert und mit ca. 43.000 geteilten Kilometern bereits mehr als einmal die Erde umrundet (~40.000 km). Dies bedeutet, dass bis dato durch die nicht genutzten Fahrzeuge der Mitfahrerinnen und Mitfahrer, eine CO2 Einsparung von über sieben Tonnen erzielt werden konnte. Die Zahl der Einlösestellen für ummadum-Punkte ist im selben Zeitraum von vier auf mittlerweile 15 angewachsen. Bereits mehr als die Hälfte der von Passagieren auf Fahrerinnen und Fahrer übertragenen Punkten wurden im regionalen Einzelhandel eingelöst.

Einreicher

Destination Wattens Regionalentwicklung GmbH
Herr Matthias Neeff
Weisstrasse 9, 6112 Wattens
matthias.neeff@destination-wattens.at
0522455486

destination-wattens.at

Partner

Ummadum Service GmbH: Lösungsanbieter

Marktgemeinde Wattens I D.Swarovski KG: Martin Krämer I Christina Hofer

Stadt Schwaz I Bezirkskrankenhaus Schwaz: Martin Wex I Margit Holzhammer