Wir verwenden Cookies um Ihnen bestmöglichen Service zu bieten. Indem Sie diese Seite nutzen, erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.

Was geht ab? Schüler/innen aus Floridsdorf entwickeln Ideen für eine nachhaltige Mobilität

Ziele/Ideen

„Was geht ab?“ ist ein Projekt, das umgesetzt wird, um Wiener Schulkindern das Thema einer nachhaltigen Alltagsmobilität näher zu bringen. Ziel ist es, aktuellen problematischen Trends entgegenzuwirken: So zeigen Studien deutlich, dass das „Elterntaxi“ in der Mobilität von Kindern an Bedeutung gewinnt. Damit einher geht eine abnehmende selbstständige Mobilität von Kindern. Grund dafür ist unter anderem die wachsende Motorisierung der Gesellschaft und den damit verbundenen gefährlichen Verkehrswegen sowie fehlenden Spielflächen im Freien. Das führt auch dazu, dass Kinder ihre Freizeit oft daheim verbringen, ihre Schulwege seltener nicht motorisiert zurücklegen und sich insgesamt körperlich unzureichend bewegen. Die Effekte dieser Entwicklungen zeigen sich in steigenden Verbreitungsraten von Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern.
Außerdem sind Kinder von heute die Erwachsenen von morgen, die abhängig von ihren Gewohnheiten und Erfahrungen Verkehrsmittel für ihre tägliche Mobilität auswählen. Sind sie als Kinder schon nicht mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs gewesen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie dies als Erwachsene tun, eher gering. Animiert man die Kinder von heute nicht zur aktiven und nachhaltigen Mobilität, ist es schwer bzw. aufwendig dies später bei ihnen durchzusetzen.

Kurzbeschreibung

Das Projekt „Was geht ab?“ untersucht die Gestaltung des Verkehrssystems im urbanen Schulumfeld aus der Perspektive der umweltfreundlichen, aktiven und sicheren Mobilität. Darin sind multimethodische Aktivitäten und Kampagnen für diese nachhaltige Mobilität aller Schüler/innen, Eltern und des Lehrkörpers integriert. Den Schüler/innen werden die eigenen individuellen Bedürfnisse sowie die von mobilitätsbeeinträchtigen Personengruppen im Sinne einer inklusiven Mobilität in Form von Experimenten vermittelt. Dadurch lernen Schüler/innen das Thema „Mobilität“ breit und fächerübergreifend im Kontext von Umwelt, Gesundheit, Psychologie und Technik zu begreifen. Neben der Entwicklung einer schulspezifischen Mobilitätsstrategie ist eine digitale, interaktive Karte „Was geht ab?“ zur Visualisierung raumbezogener Themen ein zentrales Ergebnis.

Resultate

In allen fünf teilnehmenden Klassen wurden Einführungsworkshops zu den Themen Mobilität, Verkehrsplanung und Freiraumplanung durchgeführt. Dabei wurden mit den Schüler/innen u.a. die Fragen „Was ist Mobilität und warum ist man mobil?“ und „Welche Verkehrsmittel gibt es und wie werden sie subjektiv bewertet?“ beantwortet. Parallel wurde eine Einstellungserhebung durchgeführt, deren Ergebnisse für wissenschaftliche Publikationen verwendet werden. Zum Thema Landschafts- und Freiraumplanung wurden zum Einstieg Begriffe wie öffentlicher und privater Freiraum sowie Aktivitätenstandorte behandelt. In einem Logbuch, dass über die gesamt Projektlaufzeit erweitert wird, zeichneten die Kinder ihren Schulweg auf.

Alle fünf Klassen führten 1 bis 3 Exkursionen zu Einrichtungen durch, die sich mit den Themen Verkehr, Mobilität, Forschung, Sicherheit, Planung und Technik befassen. Ziele bei den Exkursionen waren:
- Institut für Verkehrswesen der Universität für Bodenkultur Wien (Themen: Auswirkungen des Verkehrs auf unsere Umwelt, Treibhausgase, Klimawandel und mögliche gegenwirkende Maßnahmen, mögliche Berufe nach einem Studium an der BOKU. Verwendetet Lehrmethoden: Spiele, Experimente, Gruppenarbeiten, Präsentation)
- Verkehrspsychologisches Institut „sicher unterwegs – Verkehrspsychologische Untersuchungen GmbH“ (Stationen: Vortrag zu Fragen, die Verkehrspsychologen erforschen; Testverfahren, die in der Verkehrspsychologie angewendet werden; Leistungstraining zur Verbesserung der Verkehrskompetenzen; Verkehrssicherheitsspiele zur Förderung der Aufmerksamkeit)
- Verkehrssicherheitstraining an einer U-Bahnstation der Wiener Linien (Durchgeführt durch die Wiener Linien, Inhalte: Richtiges Verhalten in U-Bahn, Bus und Bim – z.B. ausreichend Abstand zum einfahrenden Zug oder Bus zu halten; Funktion von Notbremse und Notruf; sicheres Ein- und Aussteigen)
- Austrian Institute of Technologie (AIT) (Inhalte: Herausforderungen der Mobilität von Morgen und wie durch wissenschaftliche Arbeit Lösungen gefunden werden können, Erhebungsmethoden, Verhaltensforschung und Simulationsmodelle für Prognosen; Ausblick auf zukünftige Entwicklungen für eine nachhaltige Mobilität)

In jeder der 5 Klassen wurden außerdem jeweils 3 Methodenworkshops zu den Instrumenten der Verkehrsplanung, zu Landschaftsplanung und Verkehrspsychologie durchgeführt.
- Im Methodenworkshop zur Verkehrsplanung wurden Verkehrsstromzählungen, Parkraumerhebungen und Geschwindigkeitsmessungen mit den SchülerInnen durchgeführt und ausgewertet. Mögliche sich daraus ableitbare Maßnahmen zur Verbesserung der Situation wurden bereits besprochen. Außerdem wurde eine Mobilitätserhebung für einen Tag mittels Wegetagebuch durchgeführt.
- Im Methodenworkshop zur Verkehrspsychologie lernten die Schüler/innen verkehrspsychologische Forschungsmethoden kennen und konnten diese auch ausprobieren. Getestet wurden z.B. die Kenntnis zu Verkehrszeichen mittels Fragebogen und Interviews. Diese wurden gemeinsam ausgewertet und diskutiert.
- Im Methodenworkshop zur Landschaftsplanung wurde den Kindern alles zu Maßstäben, Querschnitten, Isochronenkarten und Entfernungen erläutert. Im Schulumfeld wurde analysiert, was in einem Querschnitt dargestellt wird und die Kinder konnten sich selbst und andere Objekte in diesen einzeichnen. In einem abschließenden Quiz konnten die Schüler/innen testen, wie gut sie Entfernungen, Zeiten und Schritte abschätzen können.

In den kommenden zwei Semestern werden Veranstaltungen zu folgenden Themen in allen 5 Klassen durchgeführt:
- Workshops zu den Themen Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen des Verkehrs,
- Betrachtung von gender- und diversitätsbezogenen Mobilitätsaspekten durch die Begehung des Schulumfelds mit Rollstühlen, verbundenen Augen und Blindenstöcken, Kinderwägen und Instant Aging Anzügen,
- Visualisierung von Problemstellen im Schulumfeld und Lösungsvorschlägen in einer digitalen Karte mittels eigens entwickelter App („Was geht App?“)
- Entwicklung von Mobilitätsstrategien für die Umfelder der Schulen (mit Gestaltungsempfehlungen und Verbesserungen der Infrastruktur, Maßnahmen im Bereich Mobilitätsmanagement) und deren (teilweise) Umsetzung,
- Verkehrssicherheitsworkshops

Dokumentiert und visualisiert werden alle Umsetzungsschritte, Maßnahmen und Tätigkeiten auf der Projekt-Homepage http://was-geht-ab.at/. Sowohl von den Lehrer/innen als auch von den Schüler/innen, die im Projekt involviert sind erhalten wir für die durchgeführten Veranstaltungen durchgehend positives Feedback. Zu erwähnen ist auch, dass das Projekt eins von 3 Projekten war, das für den Nachhaltigkeitspreis der Universität für Bodenkultur nominiert wurde.

Weitere Schulen können sich seit Mitte Mai bei unserem Projekt bewerben und um einen Kooperationszuschuss ansuchen. In diesem Rahmen kann das Projektteam auch außerhalb der 5 teilnehmenden Projektschulen österreichweit die im Projekt erarbeiteten Workshops durchführen. Dadurch wird sich die Wirkung des Projektes stark erhöhen.

Einreicher kontaktieren

Partner

Sicher unterwegs GmbH : Projektpartner

MK Landschaftsarchitekten : Projektpartner

auf Facebook teilen twittern