Früh übt sich, wer sicher radeln will – Radspielplätze für die Mobilität von morgen
Jahr: 2025
Bundesland: Steiermark
Ziele/Ideen
Radspielplätze verbinden Bewegungsförderung, Verkehrserziehung und Stadtgestaltung auf innovative Weise. Anders als klassische Verkehrsgärten stehen nicht Verkehrsregeln im Vordergrund, sondern das spielerische Erlernen von Balance, Kurvenverhalten, Bremsen und Reaktion. Kinder können sich frei und sicher ausprobieren – ohne Druck, dafür mit hoher Motivation. Besonders ist die kreative Nutzung bestehender Flächen: Am Ortweinplatz wird eine versiegelte Parkfläche temporär als Radspielplatz genutzt. In der Fischeraustraße wird eine asphaltierte Fläche auf einem Spielplatz um Radmodule erweitert. Beide Anlagen sind modular, wiederverwendbar und an anderen Standorten einsetzbar – ein zukunftsfähiges Modell. Realitätsnahe Elemente wie Schienen oder ein Randsteinsimulator bereiten auf den Stadtverkehr vor. Gleichzeitig fördern die Radspielplätze soziale Interaktion, gemeinsames Spielen und Lernen – sie sind als offene Spielräume gestaltet, nicht als Trainingsstätten mit Drill.
Kurzbeschreibung
Das Projekt „Radspielplätze“ schafft sichere, temporäre Bewegungsräume im öffentlichen Raum, in denen Kinder ab dem Laufradalter bis ca. 12 Jahre spielerisch ihre motorischen Fähigkeiten verbessern und das Radfahren trainieren können. Die Standorte Ortweinplatz (Zwischennutzung) und Fischeraustraße (dauerhaft) setzen auf unterschiedliche Untergründe, Parcours und Balance-Module, die koordinative Fähigkeiten stärken. Ziel ist es, Kindern frühzeitig Radkompetenz zu vermitteln, um langfristig Verkehrssicherheit zu erhöhen. Gleichzeitig schaffen die Radspielplätze attraktive Begegnungsräume für Kinder, Eltern und Schulen. Sie fördern aktive Mobilität, stärken das Sicherheitsgefühl und bieten Raum für niederschwellige Verkehrserziehung im Alltag.
Resultate
Die beiden ersten Radspielplätze der Stadt Graz befinden sich aktuell im Aufbau und werden im Sommer 2025 eröffnet. Schon im Vorfeld zeigt sich großes Interesse bei Schulen, Eltern und pädagogischen Einrichtungen – nicht zuletzt aufgrund der niedrigen Erfolgsquote bei der freiwilligen Fahrradprüfung (nur rund 60 % bestehen in Graz). Erste Rückmeldungen aus der Mobilitätsbildung zeigen den Wunsch, die Plätze langfristig in den Unterricht einzubinden. Eine begleitende Wirkungsevaluierung zur Messung von motorischen Fortschritten und Verkehrssicherheit ist in Planung. Die Plätze wirken darüber hinaus auch kommunikativ: Sie machen aktive Mobilität sichtbar, niederschwellig erlebbar und laden zum Mitmachen ein. Die Teilentsiegelung und Begrünung einzelner Flächen – etwa in der Fischeraustraße – unterstreichen zusätzlich den ökologischen Mehrwert.
Partner
Radvokaten: Planung
verkehrplus: Planung