Radfahrschulung: Denken. Üben. Fahren. – Damit Kinder Linksabbiegen wirklich können

Einreichende Institution: Madlencnik Mobility e.U. "Institut für aktive Mobilität" mit der Marke Easy Drivers Radfahrschule
Jahr: 2026
Bundesland: Niederösterreich
Projektbild 26322

Ziele/Ideen

Innovativ ist, dass die Radfahrschulung: Denken.Üben.Fahren. eine der schwierigsten Situationen für Kinder im Straßenverkehr erstmals konsequent nach einem sportwissenschaftlichen Lernprinzip aufbaut: vom Einfachen zum Komplexen. Kinder werden nicht einfach auf das Fahrrad gesetzt und mit der Aufforderung „Jetzt links abbiegen“ in eine Überforderungssituation gebracht. Die komplexe Handlung wird zuerst verstanden, dann ohne Rad simuliert und erst danach im Schonraum am Fahrrad angewendet. Besonders ist auch, dass die Wirkung nicht nur eingeschätzt, sondern mit standardisierten Vorher-Nachher-Testungen überprüft wird. Bewertet werden genau jene Punkte, die beim sicheren Linksabbiegen notwendig sind: rechtes Fahrbahndrittel, Schulterblick, Handzeichen links, beide Hände am Lenker, Einordnen zur Fahrbahnmitte, Stopp, links und rechts schauen sowie ein weiter Bogen beim Abbiegen. So wird Radfahrbildung zu einem überprüfbaren Lernmodell.

Kurzbeschreibung

Eine der gefährlichsten Situationen im Straßenverkehr für Kinder ist das Linksabbiegen. Aus unserer Erfahrung aus fast 30 Jahren Radfahrkursen wissen wir, dass diese komplexe Aufgabe für die allermeisten Kinder eine große Herausforderung und häufig eine Überforderung darstellt. Kinder müssen dabei gleichzeitig schauen, anzeigen, einordnen, Vorrang beurteilen, bremsen, lenken und stabil fahren. Genau an dieser Schwachstelle setzt die Radfahrschulung: Denken.Üben.Fahren. an. Ziel ist, Kinder nicht nur auf die Radfahrprüfung vorzubereiten, sondern sie Schritt für Schritt zu echter Handlungssicherheit beim Radfahren zu führen. Das Modell wurde erstmals im Auftrag der Radland GmbH im Rahmen der Initiative RadKidsNÖ in umgesetzt. Das Besondere ist der nachweisbare methodische Aufbau: Die komplexe Handlung wird nicht nur erklärt, sondern vorbereitet, geübt, angewendet und mit standardisierten Vorher-Nachher-Testungen überprüft. Damit wird Radfahrbildung zu einer messbaren Sicherheitsmaßnahme.

Resultate

Die bisherigen Ergebnisse zeigen eine deutliche und messbare Wirkung. In der Auswertung „Denken/Üben“ wurden 78 Klassen mit insgesamt 1.283 Kindern erfasst. Vor der Übungsphase konnten nur 90 Kinder den Ablauf des Linksabbiegens vollständig richtig ausführen, nach der Einheit waren es 967 Kinder. Das entspricht einer Steigerung von rund 7 % auf rund 75 %. Auch im Teil „Fahren“ zeigt sich eine klare Verbesserung: Bei 79 Klassen mit 1.266 Kindern schafften 390 Kinder den Ablauf im ersten Test, nach den Übungen am Fahrrad waren es 848 Kinder – eine Steigerung von rund 31 % auf rund 67 %. Bewertet wurde streng: „Vollständig geschafft“ bedeutet, dass alle geforderten Schritte korrekt ausgeführt wurden. Damit zeigt das Projekt nachweislich, dass der methodische Aufbau konkrete Handlungssicherheit schafft. Der soziale Mehrwert liegt darin, dass ganze Klassen erreicht werden. Umweltverträglich wirkt das Projekt, weil sichere Radfahrkompetenz eigenständige, aktive Mobilität stärkt.

Einreicher

Madlencnik Mobility e.U. "Institut für aktive Mobilität" mit der Marke Easy Drivers Radfahrschule

Partner

Radland Gmbh: Auftraggeber
Easy Drivers Fahrschulen: Sponsor
Ortovox: Ausrüster
AMIA – Verband Österreichischer Mobilitätslehrerner: Kompetenzpartner

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