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AktivE Jugend

AktivE Jugend

Ziele/Ideen

Bisher ist in Wien und in Österreich nur wenig bekannt wie räumliche Qualitäten (insbesondere von Straßen) bzw. mobile Technologien das Mobilitätsverhalten von Jugendlichen in der Stadt beeinflussen. Jugendliche verfügen meist über kein bzw. nur über ein geringes Einkommen und sind daher in der Freizeit besonders auf öffentlich sowie konsumfrei zugängliche, für Bewegung geeignete (Straßen)Freiräume angewiesen. Jugendliche nutzen dementsprechend aktive Fortbewegungsstile wie Gehen oder Radfahren auch als kostengünstige Form der Mobilität. Dieses gesundheitsförderliche wie umweltbewusste Verhalten wird in Österreich kaum bestärkt (Studie Jugend-Stil in die Verkehrsplanung, Pilz & Holzer, 2009:16f). Gleichzeitig erreichen laut WHO Europa (HSBC-Studie 2016) nur 18 Prozent der 15-jährigen Buben und fünf Prozent der 15-jährigen Mädchen in Österreich das von der WHO empfohlene Minimum an körperlicher Aktivität von 60 Minuten bei zumindest moderater Bewegungsintensität pro Tag (Titze et al. 2012). Welche Möglichkeiten bieten mobile Technologien um räumliche Bewegungsmuster des (aktiven) Mobilitätsverhaltens von Jugendlichen aufzuzeichnen? Und welche Möglichkeiten bieten Smartphones u. ä. um aktive Mobilität mit Apps und Geogames anzuregen?

Kurzbeschreibung

Das interdisziplinäre Projekt AktivE Jugend untersuchte über 2,5 Jahre Möglichkeiten mobiler Technologien (Smartphones, Tablet-PC, etc.) um
(1) Wege und Orte sowie gesundheitsförderliche Bewegungsintensitäten aktiver Mobilität von Jugendliche im (Schul-)Alltag wie in der Freizeit zu erfassen,
(2) aktive Mobilität spielerisch durch Geogames auf mobilen Geräten zu motivieren,
(3) Bewusstseinsbildung der Jugendlichen zum Thema Gesundheitsförderung durch aktive Mobilität und
(4) Reflektion der Zusammenhänge aktiver Mobilität mit der Qualität der Straßenfreiräume im Schul- und Wohnumfeld.
Ziel des Projekts war die Entwicklung eines Werkzeugs (JAM – Jugend Aktiv Mobil!) im Bildungsbereich mit Jugendlichen. Aktive Mobilitätsformen wie Zufußgehen, Radfahren, Rollerfahren oder Skaten spielerisch zu thematisieren und Wertschätzung gegenüber gesundheitsfördernder Mobilität zu entwickeln.

Resultate

Die Studie AktivE Jugend
Die im Laufe des Projekts AktivE Jugend erhobenen Daten zeigen, dass sich die Jugendlichen im Hinblick auf aktive, gesundheitsbezogene Mobilität in drei Bewegungstypen – sportliche, gehbegeisterte und gemütliche Personen – unterscheiden lassen. Die sportlichen (in dieser Studie Mädchen wie Buben) und gehbegeisterten Jugendlichen (in dieser Studie häufiger Mädchen) erreichen in den meisten Fällen die Bewegungsempfehlungen der WHO, die gemütlichen Jugendlichen erreichen sie nicht. Die WHO empfiehlt Jugendlichen 60 Minuten zumindest moderate körperliche Aktivität bzw. 10.000 Schritte pro Tag.
Neben dem Bewegungsverhalten konnten konkrete bewegungsfreundliche bzw. bewegungshemmende Straßenfreiräume identifiziert und mit den Jugendlichen diskutiert werden (Analysen des Wohn- und Schulumfeldes). Zum Einsatz mobiler Technologien ist zu sagen, dass sie zwar Risiken bezogen auf Datenschutz oder Verkehrssicherheit bergen, jedoch bei bewusstem Einsatz – Sichtbarmachen der täglichen Schrittzahlen, Geogames als spielerisches, didaktisches Mittel – zur Förderung aktiver Mobilität beitragen können.
Insgesamt haben 54 SchülerInnen an zwei Schulstandorten (aus 5 Schulklassen) in Wien teilgenommen. Vor allem Zufußgehen als aktive Alltagsmobilität trägt wesentlich dazu bei, dass Jugendliche sich entsprechend der WHO-Empfehlungen bewegen.

Jugend Aktiv Mobil! Das JAM-Handbuch
Die Forschungsmethoden dienten als Basis zur Entwicklung des Werkzeugkastens – Jugend Aktiv Mobil! JAM dient als Werkzeugkasten, um gezielt und spielerisch mit Jugendlichen die Themen Gehen und Radfahren, ihr Mobilitätsverhalten und die räumlichen Voraussetzungen für Bewegung und Alltagsmobilität zu reflektieren. Neben Gesundheit und Nachhaltigkeit als Effekte Aktiver Mobilität werden auch Medien- und Datenschutzkompetenzen im Umgang mit mobilen Technologien erworben. JAM ist für das Setting Schule konzipiert, um Bewegung und Gesundheit von Schülerinnen und Schülern im Alltag zu fördern, aber es gibt auch Anknüpfungspunkte JAM für Bereiche wie Freizeitpädagogik, Gesundheit und Stadtentwicklung einzusetzen.

Einreicher

Institut für Landschaftsplanung, Universität für Bodenkultur Wien Frau Assoc. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Doris Damyanovic Peter-Jordan-Straße 82 1190 Wien https://www.rali.boku.ac.at/ilap/ +43 1 47654-85415 doris.damyanovic@boku.ac.at

Partner

Inst. f. Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung, Universität für Bodenkultur Wien: Projektpartner

Zentrum f. Sportwissenschaft, Universität Wien: Projektpartnerin

komobile Wien: Projektpartner