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Algorithmen zur integrierten Siedlungs- und Verkehrsentwicklung

diplomarbeit_stefan_bindreiter
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Ziele/Ideen

Im Oberösterreichischen Zentralraum herrschen ein hoher Siedlungsdruck und eine ständig steigende Verkehrsbelastung durch den Autoverkehr, die neben dem Wirtschaftsverkehr zu großen Teilen auch durch Pendlerverkehr verursacht wird. Im Jahr 2017 hat die Oberösterreichische Landesregierung zudem das Landesraumordnungsprogramm 2017 beschlossen, in welchem die Ziele der Landesentwicklung unter anderem dahingehend spezifiziert werden, dass sich die Siedlungsentwicklung verstärkt an den Einzugsbereichen des Öffentlichen Verkehrs orientieren soll und im Einzugsbereich der Haltestellen eine maßvolle Verdichtung anzustreben ist (OÖ Landesraumordnungsprogramm 2017, LGBl. Nr. 21/2017). Aus diesem Grund werden die Baulandpotentiale entlang des Ende 2016 eingeführten S-Bahn-Systems untersucht.
Der steigende Siedlungsdruck betrifft alle Ballungsräume in Österreich. Die damit verbundenen Herausforderungen bedürfen gemeinsamer, koordinierter Lösungsansätze für diese Räume und eine an vorliegenden Standards des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) orientierte, nachhaltige Innenentwicklung der Gemeinden mit strategischer Innenentwicklung von Gunsträumen im Umfeld der Haltestellen. Eine nachhaltige Entwicklung dieses Raumes kann dann erfolgen, wenn sich vor allem die Gemeinden an Stationen nach dem Prinzip „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“, orientiert am ÖPNV-Angebot und der Qualität der Infrastruktur, in regionaler Abstimmung strategisch weiterentwickeln.

Kurzbeschreibung

Im Zuge dieser Arbeit werden mittels GIS-Analysen Korridoruntersuchungen entlang von Regionalbahnen in Oberösterreich durchgeführt. Dabei werden Qualitätskriterien (Eignungs-&Ausschlusskriterien) für Baulandflächen definiert, um herauszufinden welche Flächenpotentiale bestehen und wie die Lagequalität der vorhandenen Bahnstationen einzuschätzen ist. Die entwickelte Methode erlaubt die Automatisierung rascher, szenarienspezifischer Analysen auf regionaler, als auch auf kommunaler Ebene. Dabei reicht der Detailgrad der Analysen bis auf Grundstücksebene, wodurch multiskalare Betrachtungen einer integrierten Siedlungs- und Verkehrsentwicklung ermöglicht werden. Durch die konkrete quantitative und qualitative Analyse des Untersuchungsraums werden innenliegende Flächenpotentiale im Sinne einer koordinierten Siedlungsentwicklung entlang der Hauptachsen des ÖVs aufgezeigt. Damit wird zu einer Reduktion der Flächeninanspruchnahme und Bodenversiegelung bei der Siedlungsentwicklung beigetragen.

Resultate

Die Diplomarbeit wurde mit großem Interesse von Seite des Amts d. OÖ Landesregierung verfolgt (Abt. Raumplanung und Raumordnung, Überörtliche Raumordnung, Fr. HR DI Heide Birngruber) und wurde durch Fr. DI Dr. Julia Forster an der TU-Wien betreut und mit Sehr Gut beurteilt.
Die Einbettung in konkrete Planungs- und Forschungsprojekte, sowie die praktische Erprobung und Weiterentwicklung der in der Diplomarbeit entwickelten Methode wird vom Stadtraumsimulationslabor simlab des Forschungsbereichs "Örtliche Raumplanung" am Institut für Raumplanung der TU Wien forciert.
Die beschriebene Arbeit bildet zudem die thematische Ausgangsbasis für meine Dissertation mit dem Arbeitstitel "Algorithmen gestützte Raumanalysen zur Vorbereitung, Argumentation und Unterstützung von Planungsentscheidungen". Außerdem dient die in der Diplomarbeit entwickelte Analysemethode als wesentlicher Baustein eines Forschungsantrags (Interreg AT-SK), in dem die Analysen als Grundlage für multiskalare Raumübersichten in konkrete kommunale Planungs- und Bewusstseinsbildungsprozesse entlang des südlichen Bahnkorridors Wien – Bratislava Petržalka einfließen.
Ebenso ist geplant, einen Forschungsantrag im nächsten „Mobilität der Zukunft“ Call (im Themenfeld Nachhaltige Verkehrs- und Siedlungsentwicklung) aufzusetzen, indem versucht wird, die analysierten Oberöstereichischen S-Bahn Anrainergemeinden als potentielle Projektpartner zu gewinnen.

Einreicher

Herr DI MSc Stefan Bindreiter
Grundsteingasse 41/1/5, 1160 Wien
stefan.bindreiter@tuwien.ac.at
069912040165
 

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