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Mapping for Road Safety: Gefahren der Automobilität mit Citizen Scientists sichtbar machen

Ziele/Ideen

Der Hintergrund dieses Projektes beruht auf der Annahme, dass Gewalt eines der paradigmatischen Merkmale der modernen Automobilität ist - der „Nomos“ in dem die politische und soziale Ordnung der Gesellschaft räumlich sichtbar wird. Dementsprechend sollen die Vorteile von nachhaltigeren und gewaltfreieren Formen der Mobilität, sowohl mechanisiert als auch nicht mechanisiert, hervorgehoben werden, indem das Gefahrenpotential von Automobilität aktiv thematisiert und sichtbar gemacht wird.

Kurzbeschreibung

Indem Gefahren von Automobilität mithilfe von Citizen Science Methoden sichtbar gemacht werden, soll die Bedeutung nachhaltiger und sicherer Mobilität aufgezeigt und Änderungen im Mobilitätsverhalten begünstigt werden. Immer wieder werden Menschen im Verkehr schwer verletzt oder sterben durch Unfälle. Besonders im urbanen Bereich sind diese Vorfälle und deren Auswirkungen jedoch oftmals nur bedingt sichtbar, werden als Teil der (urbanen) Mobilität hingenommen und aus dem öffentlichen Raum in den Privatbereich verdrängt. In den Automobility Studies hat sich dafür der Begriff Automobility Violence etabliert. Durch „Erinnerungsartefakte“, die an Orten von Unfällen in der Stadt positioniert werden, sollen Auswirkungen von Automobilität im Rahmen des vorliegenden Projekts sichtbar gemacht werden. Zudem werden jene Orte in einer interaktiven Karte (inkl. App) mit persönlichen Geschichten der Opfer verknüpft, um Gefahren und Gewalt durch Automobilität verständlich zu machen.

Resultate

Bisher gibt es keine direkten Resultate, da es sich um einen Projektentwurf handelt. Aus ähnlichen Projekten wie zum Beispiel „GhostBikes“ (siehe http://ghostbikes.org/vienna), die bereits fünfmal in Wien aufgestellt wurden, hat sich gezeigt, dass die Sichtbarmachung von Unfällen und Kollisionen für die Gefahren durch Automobilität sensibilisiert, und so den Fokus auf nachhaltigere und sicherere Mobilitätsformen begünstigt.
Im ländlichen Raum gibt es die verbreitete Praxis, nach Unfällen mit Todesopfern die Stelle durch ein Kreuz am Straßenrand zu kennzeichnen. Durch diese können sich zum einen die Angehörigen an Opfer erinnern, zum anderen werden VerkehrsteilnehmerInnen auf die Gefährlichkeit der Automobilität hingewiesen.
Wie aus öffentlichen Daten der MA 46 hervorgeht, sind Fußgänger die häufigsten Todesopfer von Automobilität – sowohl durch PKW als auch LKW und Busse (siehe https://www.wienzufuss.at/2019/03/10/von-welchen-verkehrsmitteln-die-gefahr-ausgeht). Durch das Sichtbarmachen von Unfällen soll ein Umdenken angeregt werden um langfristig aktive Mobilitätsformen wie Fahrradfahren und Gehen zu stärken. Mithilfe der Citizen Science Methoden kann zusätzlich eine höhere gesellschaftliche Akzeptanz aber auch mehr Verständnis für das Problem erzielt werden.

Einreicher

IHS
Frau Anna Gerhardus
Josefstädter Straße 39, 1080 Wien
gerhardus@ihs.ac.at
+43 1 59991 - 157

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