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PERGshuttle - … die neue Mobilität in der Stadt Perg

PERGshuttle - … die neue Mobilität in der Stadt Perg
B. Mitterlehner

Ziele/Ideen

Die 8.853 Einwohner große Stadtgemeinde Perg ist durch ein hohes Maß an Zersiedelung einerseits sowie durch eine hohe Anzahl an Ein- und Auspendlern andererseits gekennzeichnet, was die Gemeinde vor große Aufgaben hinsichtlich der Mobilität stellt. Durch die große Zerstreuung von Siedlungsgebieten und sonstiger wichtiger Infrastruktur über das gesamte Gemeindegebiet stößt der klassische ÖV (Zugverbindung, Linienbetrieb) an seine Grenzen. Als Folge bestehen sowohl Angebotslücken zeitlicher Natur (Taktdichte,) als auch geografische Lücken (first and last mile). Genau diese Lücken können durch ein Mikro-ÖV-System flexibel und bedarfsgerecht abgedeckt werden.

Die Firma Communalp wurde deshalb mit einer Grundlagenstudie zu Mikro-ÖV Lösungen in Perg beauftragt. Im Zuge dieser Grundlagenstudie wurden:
- die mobilitätsrelevante Infrastruktur sowie das bestehende Mobilitätsangebot erhoben
- eine Mobilitätsanalyse vorgenommen
- Maßnahmen zur Verbesserung der Mobilität innerhalb des Gemeindegebietes abgeleitet und konkrete Projekte definiert

Bisherige Mobilitätsangebot in den östlichen Ortschaften:
Rund um den Stadtkern von Perg gibt es mehrere Siedlungen, welche stark zum Stadtkern hin orientiert sind. Im östlichen Gemeindegebiet sind dies die Poschachersiedlung, Karlingberg und Forndorf an der Grenze zu Münzbach sowie weiter südlich Thurnhof, Auhof, Pergkirchen, Dörfl, Mitterberg und Tobra. Im Süden sind vor allem Siedlungen im Gemeindegebiet der Nachbargemeinde Naarn betroffen, im Westen die Ortschaften Zeitling und Weinzierl.

Die nördlichen Siedlungen an der Grenze zu Münzbach sowie die südlichen Siedlungen rund um Naarn liegen auf der Strecke der Regionalbuslinie 373 und haben damit eine Anbindung an Perg im Ein- bis Zweistundentakt. Die östlichen Ortschaften werden von der Regionalbuslinie 376 angefahren, welche jedoch als Schülerbus konzipiert ist und daher stark an die Schulzeiten gekoppelt ist. Dadurch weist die Verbindung große Lücken am Vor- und Nachmittag auf. Zudem fahren beide Linien nur an Werktagen. An Wochenenden und in Ferien besteht keine bzw. eine stark eingeschränkte Verbindung.

Bisheriges Mobilitätsangebot im Stadtkern:
Innerhalb des Stadtkerns fahren die Regionalbuslinien entweder über das Fachmarktzentrum oder über den Hauptplatz in die Stadt ein, die Linien kreuzen sich am Mobilitätshub Bahnhof Schulzentrum. Damit besteht entlang dieser Achsen eine Verbindung im Takt der Regionalbusse, andere Ziele im Stadtkern können jedoch nicht direkt mit dem ÖV erreicht werden. Dies betrifft vor allem die Naarner Straße, in welcher mit Infrastruktur wie dem Ärztehaus wichtige Ziele liegen. Zudem bietet die Verbindung durch die Regionalbuslinien für den innerstädtischen Verkehr mit Ein- bis Zwei-Stunden-Intervallen nur einen ungenügenden Takt.

Die Mobilitätsanalyse ergab insgesamt sechs zentrale Aufgabenbereiche zur Verbesserung der Mobilität in der Stadtgemeinde Perg:
- Anbindung entlegener Ortsteile innerhalb des Gemeindegebietes, insbesondere in den östlichen Ortschaften
- Die Verbindung innerhalb des Stadtkerns (Hauptplatz - Fachmarktzentrum - Bahnhof Schulzentrum)
- Die Abdeckung der ersten und letzten Meile
- Die Schaffung moderner Mobilitätsinfrastruktur
- Elektromobilität
- Die Anbindung der Umlandgemeinden

Das Projekt PERGshuttle setzt seinen Fokus auf die ersten drei Aufgabenbereiche, ermöglicht aber auch Synergieeffekte für die übrigen Bereiche.

Kurzbeschreibung

Ziel des Projektes ist es folglich, Angebotslücken sowohl räumlich wie zeitlich zu schließen. Das betrifft insbesondere die Anbindung der östlichen Ortschaften innerhalb des Gemeindegebietes sowie wichtiger Infrastruktur innerhalb des Stadtkerns.

Das PERGshuttle verbindet mehrere Mobilitätsangebote in einem Fahrzeug. Es fungiert als klassisches Anrufsammeltaxi und als Stadtshuttle am Vor- und Nachmittag sowie als Shuttle für Sonderfahrten für Vereine, Zustelldienste o.ä. am späten Nachmittag / Abend.

Durch die Umsetzung des Projektes wird das Mobilitätsangebot insgesamt gestärkt und durch die Routenführung des Shuttles werden Synergien zum bestehenden ÖV geschaffen. Zudem wird der MIV reduziert, Leerfahrten werden vermieden, die Parkplatzsituation wird entspannt und die Bevölkerung sowie lokale Kooperationspartner werden aktiv im Projekt miteingebunden.

Das Zweitauto überflüssig machen – unter dieser Vision steht das jüngste ÖV-Projekt der Stadtgemeinde Perg.

Resultate

Die Stadt Perg hat mit der Etablierung des PERGshuttles – also eines Öffentlichen Verkehrs im Kleinen – neue Maßstäbe gesetzten und das bestehende Öffi-Angebot erweitert, damit es möglich ist, Wege auch ohne eigenen PKW zurückzulegen.
Auf Initiative der Projektgruppe wurde neben Informationsveranstaltungen, Wirtschaftskooperationen, Schnuppertickets, Elternschreiben, Info-Blätter, Medienberichte und der Imagefilm „PERGshuttle … die neue Mobilität in der Stadt Perg“ mit Franz Leitner, www.strudengau.tv produziert.
Das neue Öffi-Angebot erfreut sich in den vergangenen Monaten immer größerer Beliebtheit. Von Oktober bis Februar konnten die Fahrgastzahlen fast verdoppelt werden. Vor allem das Anruf-Sammeltaxi wurde gut angenommen. Dass es einen fixen Linienverkehr gibt, muss sich bei der Bevölkerung noch besser verankern. Auch sind wir aber zuversichtlich, dass dies noch mehr genutzt wird. Vor allem für die Seniorinnen und Senioren, aber auch für Kinder und Jugendliche bietet dieses Projekt viele Vorteile. Mehrere Vereine und Gruppen haben das PERGshuttle bereits für gemeinsame Fahrten z. B. zur Musikstunde oder zum Training genutzt und sind begeistert.
LAbg. Bgm. Anton Froschauer und GR Anton Wahlmüller als Projektleiter setzten auf die Nutzung des PERGshuttles, weil so auch die Stadt Perg einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes beitragen kann.

Einreicher

Stadtamt Perg
Frau Madeleine Langzauner
Hauptplatz 4, 4320 Perg
stadtamt@stadt.perg.at
07262/ 522 55-15

www.perg.at

Partner

Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie /bmvit: Förderstelle

Schieneninfrastruktur-Dienstleistungsgesellschaft : Förderstelle

Communalp GmbH: Projektunterstützung

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