F.I.M. – flexibel.inklusiv.mobil
Jahr: 2026
Bundesland: Steiermark
Ziele/Ideen
Barrierefreie Mobilität im Bedarfsverkehr und Sharing-Bereich steckte in Österreich noch in den Kinderschuhen. Das Burgenland startete sein landesweites Anruf-Sammeltaxi BAST erst nach einer Verbandsschlichtung mit rollstuhlgerechten Fahrzeugen aus. In der Steiermark existierte mit tim in Graz ein Einzelangebot – das aber in der Praxis noch erhebliche Mängel zeigte: Rampensteigung, Sicherungssysteme, Anleitungen und Buchungsprozess offenbarten konkreten Verbesserungsbedarf. Denn ein barrierefreies Fahrzeug allein reicht nicht – Buchung, Information und Verfügbarkeit müssen als Gesamtsystem funktionieren. F.I.M. nahm genau diesen Systemblick ein: kartierte österreichweit den Status quo, entwickelte mit MmB als aktiven Co-Forschenden (Peer-Research) die notwendigen Anforderungen an Fahrzeuge, Buchung und Betrieb – und brachte einen barrierefreien Buchungsprozess bis zur Testreife.
Kurzbeschreibung
F.I.M. (flexibel.inklusiv.mobil) hat untersucht, warum Menschen mit Behinderungen von bedarfsorientierten Mobilitätsangeboten – Mikro-ÖV, Bedarfsverkehr, Carsharing – faktisch ausgeschlossen sind. Das Projekt hat den Status quo in Österreich (Schwerpunkt Steiermark) erhoben, Fahrzeuge und Buchungssysteme auf ihre reale Nutzbarkeit analysiert, einen barrierefreien Buchungsprozess (Web und Telefon) entwickelt und Empfehlungen für Anbieter, Gemeinden und Politik abgeleitet. Träger: Chance B, LebensGroß, Triagonal. Förderung: FFG, 2024–2026. Ziel war es, inklusive Mobilität von einer Ausnahme zur Regel zu machen. Menschen mit Behinderungen sollen Bedarfsverkehr und Sharing selbständig, spontan und gleichberechtigt nutzen können – ohne Sonderlösungen oder Abhängigkeit von Dritten. F.I.M. liefert dafür die Grundlagen: einen erprobten barrierefreien Buchungsprozess, einen Anforderungskatalog für Fahrzeuge und Betrieb sowie Empfehlungen für Förderlogiken und Ausschreibungen.
Resultate
Über 30 qualitative Interviews mit MmB aus der Steiermark wurden ausgewertet. Eine österreichweite Erhebung aller Mikro-ÖV- und Carsharing-Systeme nach Barrierefreiheit, Kosten, Betriebszeiten und Buchungszugang wurde erstellt. Drei Expertenworkshops mit Anbietern, Taxiunternehmen und Gemeinden wurden durchgeführt. Drei barrierefreie Fahrzeuge wurden real getestet (tim Graz, Mikro-BUS:SI Villach, Janosch Autovermietung). Eine barrierefreie Web-Buchungsplattform sowie ein telefonischer Buchungsprozess wurden entwickelt und iterativ mit MmB getestet. Bereits im Projektverlauf konnten konkrete Verbesserungen beim tim-Inklusionstransporter angestoßen werden – etwa beim Gurtsystem und Anleitungsvideo. Das Projekt F.I.M wurde beim OIS-zam Forum 2025 in Wien unter ca. 60 Einreichungen ausgezeichnet. 25 % der österreichischen Bevölkerung sind im Alltag eingeschränkt – F.I.M. schafft die Grundlagen, damit diese Gruppe künftig gleichberechtigt am Mobilitätssystem teilhaben kann.
Partner
LebensGroß GmbH – Forschungsbüro für Menschenrechte: Projektpartner
ChanceB GmbH: Projektpartner