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ReHABITAT - Vom Einfamilien- zum Mehrpersonenhaus

ReHABITAT - Vom Einfamilien- zum Mehrpersonenhaus

Ziele/Ideen

Drei Viertel aller Gebäude Österreichs sind Ein- und Zweifamilienhäuser (EFH und ZFH. Der Flächenverbrauch ist enorm, der Sanierungs- und Revitalisierungsbedarf des Bestandes ist hoch. Bedingt durch Landflucht, den Wandel der Familie und der Lebensstile stehen immer mehr EFH leer oder werden nur mehr von ein bis zwei Personen bewohnt. Dies bringt oft soziale Vereinsamung und meist auch finanzielle Probleme mit sich, die zusätzlich durch Sanierungsbedarf verschärft werden. Davon sind besonders Frauen betroffen. Dennoch werden österreichweit täglich ca. 15ha Grünland in Bauland umgewidmet, die Neubaugebiete an den Ortsrändern ausgeweitet. Das trägt nicht nur massiv zur weiteren Zersiedelung, zur Bodenversiegelung und zur Entleerung der Ortskerne bei, sondern erhöht auch das Verkehrsaufkommen beträchtlich, weil die Distanzen zu Geschäften des täglichen Bedarfs oft nicht mehr fußläufig erreichbar sind.
Trotz des vielen Platzes in den leerstehenden und unterbelegten Gebäuden fehlt es am Land an adäquatem und leistbarem Wohnraum, der neue Formen des Zusammenlebens wie etwa Wohngemeinschaften, Startwohnungen, aber auch betreutes Wohnen ermöglicht. Deswegen
Deswegen wurde im Rahmen des Forschungsprojekts ReHABITAT untersucht:
1. Welche Optionen der sensiblen und gemeinwohlorientierten Nachverdichtung von Einzelgebäuden zu Mehrpersonenhäusern bis hin zu Gebäudeverbänden geeignet sind, vielfältiges gender- und altersgerechtes Wohnen zu ermöglichen.
2. Welche Lösungen auf technischer, sozialer und administrativer Ebene notwendig sind, um diese Adaptierungs- und Sanierungsvarianten zu befördern.
3. Was die relevanten AkteurInnen überzeugt und was sie hemmt sich für diese Optionen zu entscheiden.

Kurzbeschreibung

Im Projekt ReHABITAT wurde anhand von 4 verschiedenen Gebäudetypen der 1950er bis 1990er Jahre untersucht, wie leerstehende und unterbelegte Ein- und Zweifamilienhäuser zu Mehrpersonenhäusern umgebaut werden können. Ein Mehrpersonenhaus ist ein Haus, in dem mehrere Menschen in einer Hausgemeinschaft zusammenleben, die nicht zwangsläufig einer Familie angehören. Mehrere (getrennt begehbaren) Wohneinheiten sind dabei ebenso möglich, wie Clusterwohnen mit gemeinschaftlich genutzten Räumen, die Kombination von Wohnen und Arbeiten, SeniorInnen WGs, AlleinerzieherInnen WGs, betreutes Wohnen, Startwohnungen uvam. Derart optimierte Einzelgebäude können auch zu Gebäudeverbänden zusammengeschlossen werden, was die gemeinsame Nutzung von Räumen, Geräten, Autos oder Dienstleistungen zusätzlich fördert. Das Angebot an neuen Wohnformen spricht Menschen aller Altersgruppen an und ermöglicht freudvolles Wohnen im Alter ebenso, wie es für jüngere Menschen eine leistbare und attraktive Alternative zum Wohnen im EFH darstellt.
Der Nutzen einer gemeinschaftlichen Wohnform im ehemaligen Einfamilienhaus ist extrem vielfältig und überwiegt die vermeintlichen Nachteile bei weitem. Außerdem profitieren viele unterschiedliche Zielgruppen davon.
Für die HauseigentümerInnen besteht der Nutzen beispielsweise im Verbleib im Haus und der gewohnten Umgebung solange wie möglich; Geteilte Haus- und Gartenarbeit; Geteilte Betriebs- und Erhaltungskosten; Einfachere Finanzierung; Steigerung der Wohnqualität durch Ausmerzen der Schwachstellen im Bestand (das heißt Barrierefreiheit und Alltagsgerechtigkeit kann hergestellt und die Gebäudehülle im Zuge der Umbauarbeiten thermisch saniert werden.); Steigerung des Sicherheitsempfindens (es ist immer wer im Haus) und der Flexibilität (für Betreuung von Garten und Haustieren ist während der eigenen Abwesenheit gesorgt); Steigerung der Mobilität (man kann sich ein Auto teilen, nachbarschaftliche Fahrservices einrichten); Steigerung des Komforts: gemeinschaftlich kann man sich Anschaffungen leisten, die alleine nicht finanzierbar sind oder so klein ausfallen, dass man letztlich kaum nutzt. Beispiel: ein schöner, attraktiver Schwimmteich für die Siedlung versus diverser Plastikplanschbecken in jedem einzelnen Privatgarten.
Für die Gemeinde bedeutet es beispielsweise: Wiederbelebung der Ortsgemeinschaft; Erhalt der Naherholungsräume als Qualität für die DorfbewohnerInnen; Enorme Kosteneinsparungen durch Wegfall neu zu errichtender Ver- und Entsorgungsinfrastruktur; Schaffung neuer Arbeitsplätze durch neue Dienstleistungsangebote; Angebot von leistbarem Wohnraum , welches für alle Alters- und Zielgruppen (jüngere, ältere Menschen, Alleinlebende, Alleinerziehende etc.) attraktiv ist; Weniger Verkehr: gemeinschaftliches Wohnen bedeutet auch gegenseitige Hilfestellungen bei notwendigen Einkäufen und Abhol- oder Bringdiensten (für Kinder, für Menschen mit Betreuungsbedarf etc.); in Summe werden deutlich weniger km pro Person zurückgelegt.
Nutzen für Architekturschaffende / Bauunternehmen: Enorme großes Auftragspotential
Nutzen für Land / Gesellschaft: Stopp der Zersiedelung; Schonung der Ressource Boden; Einsparung an Rohstoffen, Energie; Beitrag zum Klimaschutz.

Resultate

Das Interesse an der Projektidee ist äußerst hoch. Sowohl seitens der HauseigentümerInnen als auch seitens der relevanten AkteurInnen von Land und Gemeinden gibt es viele Anfragen und Einladungen zu Vorträgen, Workshops oder Angebote ein Demoprojekt zu realisieren.
Die Umsetzung der Projektidee ist oberstes Ziel. Inzwischen stehen das Handbuch „Neues Wohnen im alten Haus“ auf www.ecology.at/rehabitat zum download zur Verfügung.
Auch die im Folgeprojekt ReHABITAT-ImmoCHECK+ entwickelten Werkzeuge (ein digitales Tool und eine analoge Variante), mit denen das Entwicklungspotenzial des eigenen Hauses ermittelt und Klarheit über die eigenen Wohnbedürfnisse gewonnen werden können, sollen – so die Finanzierung gesichert ist - fertiggestellt und zum kostenfreien Gebrauch angeboten werden.
Der Beratungsleitfaden und die Sammlung der Richtlinien, die ebenfalls im Rahmen des ReHABITAT-ImmoCHECK+ Projekts entwickelt wurden, können unter www.ecology.at/rehabitat_immocheck.htm heruntergeladen werden.

Einreicher

Österreichisches Ökologieinstitut Frau Dipl. Ing. Julia Lindenthal Seidengasse 13 3, 1070 Wien lindenthal@ecology.at 069915236111www.ecology.at

Partner

architope - Netzwerk für nachhaltige Architektur: Kooperationspartnerin