Omnicar

Einreichende Institution: Jakob Glasner
Jahr: 2026
Bundesland: Steiermark
Projektbild 26154

Ziele/Ideen

Omnicar verschiebt den Fokus von effizienteren Autos hin zu einem effizienteren Umgang mit vorhandenen Fahrzeugen. Kooperation wird dabei nicht nur empfohlen, sondern technisch zur Voraussetzung für die Nutzung fossiler Energie gemacht. Anstatt Komfortfunktionen zu steuern, werden Sitzsensoren genutzt, um gemeinschaftliche Nutzung sicherzustellen. Das Projekt verbindet Kunst, Design und Hardware-Hacking zu einer alltagsnahen Intervention. Ein gewöhnliches Auto wird temporär vom privaten Verkehrsmittel zur gemeinschaftlich nutzbaren Infrastruktur transformiert. Omnicar untersucht, wie Usability Design jenseits der Norm das Mobilitätsverhalten beeinflussen kann. Humor und Irritation werden bewusst eingesetzt, um bestehende Routinen sichtbar zu machen und alternative Formen des Teilens praktisch erfahrbar werden zu lassen.

Kurzbeschreibung

Omnicar – Short Circuiting Petro Modernity ist ein künstlerisches Forschungsprojekt und Reallabor für geteilte Mobilität. Ein Skoda Fabia wurde so umgebaut, dass er nur startet, wenn sich mindestens drei Personen an Bord befinden. Dafür wurden die Sitzsensoren mit einer selbst entwickelten Steuerung verbunden, die Benzinpumpe und Zündung kontrolliert. Eine LED-Anzeige auf dem Dach zeigt Fahrziel und freie Plätze an und macht private Mobilität im öffentlichen Raum sichtbar. Das Projekt reagiert auf den seit Jahrzehnten sinkenden Besetzungsgrad von PKWs und stellt die Frage, warum Millionen Fahrzeuge meist nur mit einer Person unterwegs sind. Der Name verweist auf den Begriff „Omnibus“ – „für alle“ – und untersucht, wie private Fahrzeuge zu gemeinschaftlich genutzter Mobilitätsinfrastruktur werden können. Durch den unkonventionellen Eingriff in die Elektronik des Autos entsteht ein Erfahrungsraum, der zum Nachdenken über Ressourceneffizienz, Teilen und klimaverträgliche Mobilität anregt.

Resultate

Im Rahmen des Projekts wurde ein funktionierender Prototyp entwickelt, bei dem Sitzsensoren, Mikrocontroller und Fahrzeugzündung miteinander verbunden wurden. Die technische Umsetzung entstand im Selbststudium und mit Unterstützung durch KI-basierter Lernwerkzeuge. Dadurch wurde gezeigt, dass bereits einfache technische Eingriffe neue Perspektiven auf Mobilität eröffnen können. Omnicar wurde im Rahmen der Klimabiennale Wien präsentiert und erzeugte dort öffentliche Diskussionen über den sinkenden Besetzungsgrad von PKWs, Ressourceneffizienz und gemeinschaftliche Mobilität. Gespräche mit Behörden machten zudem sichtbar, wie stark bestehende gesetzliche Rahmenbedingungen auf individuelle Autonutzung ausgerichtet sind. Das Projekt versteht Wirkung nicht nur als technische Innovation, sondern auch als kulturellen Beitrag zur Verkehrswende. Sichtbar wird dabei ein oft übersehener Zusammenhang: Die Mobilitätskrise ist nicht nur eine Energie-, sondern auch eine Teilungs- und Ressourcennutzung

Einreicher

Jakob Glasner

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