Eine Fläche, mehrfacher Nutzen: Grätzl-Ladezonen für Stadtlogistik und private Haltebedarfe
Jahr: 2026
Bundesland: Wien
Ziele/Ideen
Der innovative Ansatz ist, dass durch die Anwendung des Ladezonenrechners, auch ohne spezifische Antragsteller:innen „Grätzl-Ladezonen“ errichtet werden können, die zugleich Nutzen für Betriebe, Zustelldienste, Bewohner:innen und Kund:innen schaffen. Die Fläche übernimmt mehrere Funktionen für: gewerbliche Lieferungen, Paketlogistik und private Kurzhaltebedarfe. Die Planung erfolgt evidenzbasiert mit dem Ladezonenrechner. Dieser ermittelt das Güterverkehrsaufkommen auf kleinräumiger Ebene, das als Basis zur Bedarfsabschätzung und anschließenden Dimensionierung herangezogen wird. Geschaffen werden konnte dies nur durch die enge Kooperation zwischen der Wirtschaftskammer Wien, der Technischen Universität Wien und der Stadt Wien. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit wurden wirtschaftliche Erfordernisse, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Umsetzung erfolgreich in Einklang gebracht.
Kurzbeschreibung
Die Grätzl-Ladezone schafft legale, kurze und zielnahe Haltemöglichkeiten in dicht genutzten Wiener Stadtquartieren. Sie reagiert auf den steigenden Druck durch Lieferverkehr, Paketlogistik, lokale Betriebe sowie Kund:innen und Bewohner:innen, die alle kurzfristig Platz zum Be- und Entladen benötigen. Dies konnte durch eine evidenzbasierte Bedarfsabschätzung mit Hilfe des Ladezonenrechners ermöglicht werden. Dieser zeigt, wo der Bedarf im Grätzl gegeben ist. Mithilfe des GIS-basierten Tools des Ladezonenrechners, das von der Wirtschaftskammer Wien und der Technischen Universität entwickelt wurde, kann eine bedarfsgerechte und effiziente Verteilung der „Grätzl-Ladezonen“ im Stadtgebiet erreicht werden. Durch die Umsetzung der „Grätzl-Ladezonen“ wird die Idee des „Shared Space“ und somit eine optimale Nutzung des begrenzten öffentlichen Raums Realität. Sie ermöglicht nicht nur Lade- und Liefertätigkeiten, sondern auch das Abstellen von Fahrzeugen für kurze Erledigungen.
Resultate
Die ersten Grätzl-Ladezonen wurden im 6. und 8. Bezirk auf Basis des Ladezonen-Rechners umgesetzt und evaluiert. Die Ergebnisse zeigen, dass das Konzept im Alltag angenommen wird: Die Nutzung verteilt sich annähernd 50:50 auf private und gewerbliche Nutzer. Rund 80 % der Nutzer bleiben im unmittelbaren Umfeld. In rund 90 % der beobachteten Zeitfenster war zumindest ein Fahrzeug in der Zone abgestellt. In Geschäftsstraßen werden rund 30 % der gewerblichen Haltevorgänge über Grätzl-Ladezonen abgewickelt. An einzelnen Standorten gingen nicht regelkonforme Haltevorgänge, etwa in zweiter Spur oder auf Gehsteigen, um rund 5–10 % zurück.
Partner
Technische Universität Wien / MOVE: Kooperationspartner
Technische Universität Wien / MOVE: Kooperationspartner
Stadt Wien / MA46: Kooperationspartner