Betriebliche Fahrgemeinschaften als Baustein nachhaltiger Pendlermobilität. Ein Pilotprojekt der Stadt Frankfurt als Ergänzung zum ÖPNV.
Jahr: 2026
Ziele/Ideen
Aktuell kooperiert traffiQ mit zwei Pilotunternehmen unterschiedlicher Größe und Branchenzugehörigkeit. In diesen Unternehmen werden sowohl die technische Lösung als auch begleitende Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung erprobt. Dazu zählen unter anderem Anreizsysteme, Kommunikationskampagnen und die Integration in bestehende betriebliche Mobilitätskonzepte. Die Mitfahrplattform soll als Mobilitätsergänzung langfristig in den ÖPNV integriert werden: tariflich besteht das Bestreben einer Integration in den ÖPNV, indem die Kosten einer Mitfahrt für diejenigen Mitfahrer übernommen werden, die ein ÖPNV-Aboticket besitzen. So soll das Mobilitätsverhalten von Pendlern schrittweise in eine nachhaltigere Richtung gelenkt werden, ohne deren Lebensrealitäten zu ignorieren. Fahrgemeinschaften als Teil des ÖPNV können somit eine effiziente und sinnvolle Ergänzung der beruflichen Mobilität bieten und sind damit Teil eines Mobilitätsmixes, der elementar für eine nachhaltige Mobilitätswende ist.
Kurzbeschreibung
Die Stadt Frankfurt am Main sieht sich zunehmend mit hohem Verkehrsvolumen konfrontiert. Insbesondere der Berufsverkehr sorgt unter der Woche für einen täglichen Zuwachs von ca. 390.000 Einpendlern aus der gesamten Region. Der motorisierte Individualverkehr dominiert nach wie vor das Mobilitätsverhalten vieler Berufspendler, gleichzeitig liegt der Besetzungsgrad eines Pkw im Berufsverkehr bei nur 1,5 (MiD 2023). Es resultieren kommunenübergreifende Herausforderungen, wie Verkehrsstaus, Umweltbelastungen und Flächenkonflikte. Aus diesem Grund erprobt traffiQ eine Mitfahrplattform zur Bildung von Fahrgemeinschaften im beruflichen Kontext. Sie bieten das Potenzial, die Auslastung privater Pkw signifikant zu erhöhen und damit einen wirksamen Beitrag zur Verkehrswende zu leisten. Die Mitfahrplattform bietet die Chance, den (gemeinschaftlich genutzten) Pkw in das System des ÖPNV (digital) zu integrieren und somit die multimodale Mobilität zu fördern.
Resultate
Nach 20 Monaten Projektzeitraum (Stand: Mai 2026) haben sich mit steigender Tendenz rund 4.554 Nutzende auf der digitalen Mitfahrplattform am Standort registriert. Der Anteil an heavy-usern steigt stetig. Mit den im Projektzeitraum knapp 36.000 durchgeführten Fahrgemeinschaften konnte einerseits der Pkw-Besetzungsgrad auf 2,23 Personen pro Fahrzeug erhöht und andererseits mehr als 164 Tonnen CO2Eq-Emissionen eingespart werden. Es erwächst ein regionales Netz an durchgeführten Fahrgemeinschaften aus allen Himmelsrichtungen im Umland der Region FrankfurtRheinMain, insbesondere aus umliegenden Mittelzentren. Die entsprechende durchschnittliche Fahrtendistanz der Fahrgemeinschaften von rund 45 km ist im Vergleich mit dem Bundesdurchschnitt (17,2 km) mehr als verdoppelt.
Partner
Karos: Softwaredienstleister
Fraport AG: Projektleitung SMILE bei der Fraport AG