ID-based Ticketing im Verkehrsverbund Vorarlberg – Vom Piloten zum landesweiten Rollout

Einreichende Institution: Verkehrsverbund Vorarlberg
Jahr: 2026
Bundesland: Vorarlberg
Projektbild 26268

Ziele/Ideen

Das Besondere am Vorarlberger Ansatz ist die Kombination aus Open-Loop-Technologie und einer ganzheitlichen Systemtransformation – tariflich, technisch und vertrieblich. Mit der Tarifreform VMOBIL 2026 wird das System auf eine Raum-Zeit-Logik (LOKAL, REGIO, MAXIMO) umgestellt, die ein Check-in-only-Ticketing erst sauber ermöglicht. Parallel werden Vertriebskanäle wie der Trafikverkauf angepasst. IDbT, MaaS-App, digitales Ticket und Kontroll-App greifen nahtlos ineinander. Innovativ ist außerdem: –> Keine App, keine Registrierung – Fahrgäste nutzen ihr vorhandenes Zahlungsmittel –> Bestpreis und Tagescapping im Backend –> Anonymes Reisen – Datenschutz by Design –> Geplante Prepaid-Karte, auch in Supermärkten erhältlich – für Menschen, die Wert auf Bargeld legen. –> Schrittweise Skalierung vom Arlberg über Dornbirn/Bregenz bis landesweit auf 420 Busse und 30 Züge

Kurzbeschreibung

Der Verkehrsverbund Vorarlberg führt ID-based Ticketing (IDbT) schrittweise im gesamten VMOBIL-Netz ein. Fahrgäste halten ihre Bank- oder Kreditkarte, ihr Smartphone oder ihre Smartwatch an einen Validator im Fahrzeug. Aus den Zahlungsdaten wird im Hintergrund ein anonymisiertes Token erzeugt, das als Fahrtberechtigung dient und über das Hintergrundsystem kontrolliert wird. Der Fahrgast erwirbt damit eine papierlose Fahrtgenehmigung, ohne ein klassisches Ticket lösen zu müssen. Die Abrechnung erfolgt automatisch. Der erste Pilot auf den Arlberg-Linien 750 und 760 zeigt: Barzahlungen sanken um über 80 %, Einstiegszeiten verkürzen sich deutlich. Der zweite Pilot in Dornbirn und Bregenz integriert das System erstmals in das landesweite Tarifsystem, als Vorbereitung für den flächendeckenden Rollout ab 2027.

Resultate

Pilot Arlberg (seit Wintersaison 2024/25): Vor der Einführung wurden auf den Linien 750 und 760 rund 75.000 Tickets pro Wintersaison ausschließlich in bar beim Fahrpersonal verkauft. Bereits in der ersten Saison nach Einführung von IDbT sanken die Barzahlungen um über 70 %. In der zweiten Saison 2025/26 stieg der Anteil weiter auf über 80 %. Immer mehr Fahrgäste, darunter viele internationale Tourist:innen, nutzen den Tap-in-Zugang als Standard. IDbT hat sich als bevorzugter Ticketkanal etabliert. Deutlich verkürzte Einstiegszeiten in den engen Iveco-Crossway-Bussen, dadurch weniger Verspätungen in der Hochsaison. Entlastung des Fahrpersonals. Papierlos: Wegfall von über 100.000 gedruckten Tickets auf Thermopapier in den letzten zwei Saisonen. Sozialer Mehrwert: Erleichterter ÖV-Zugang für internationale Tourist:innen ohne Sprach- oder Tarifkenntnisse. Funktioniert mit jeder gängigen Bank- oder Kreditkarte sowie NFC-Smartphone.

Einreicher

Verkehrsverbund Vorarlberg

Partner

Krauth: Systemlieferant
Mera: Systemlieferant
Probst & Konsorten: Tarifentwicklung

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