Linie Null: Ein offizieller Bus ohne Ziel, ohne Fahrplan – aber voller Möglichkeiten.

Einreichende Institution: Institut für Mobilität der Universität St. Gallen
Jahr: 2026
Projektbild 26298

Ziele/Ideen

Die Linie Null kehrt das Grundprinzip des öffentlichen Verkehrs bewusst um: Statt Effizienz und Zielorientierung steht das Ungeplante im Zentrum. Ein regulärer Linienbus wird zur Kunst-Intervention im Alltag. Das vorsätzliche «Falschfahren» wird zum gesellschaftlichen Ereignis. Der Bus fungiert als «Resonanzraum» im Sinne des Soziologen Hartmut Rosa – ein Ort, an dem Menschen nicht nur funktional unterwegs sind, sondern in Beziehung zur Welt treten. Die radikale Gegenidee zum Optimierungswahn moderner Mobilität entsteht nicht durch Planung, sondern durch die Menschen selbst. Zudem verbindet das Projekt erstmals Kunst, Verkehrsbetrieb und Wissenschaft zu einem skalierbaren Modell: Bei Erfolg soll die Idee auf weitere Schweizer Verkehrsbetriebe ausgeweitet werden.

Kurzbeschreibung

Die «Linie Null» ist ein künstlerisches Experiment im öffentlichen Verkehr: Ein offizieller Bus der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW) fährt ohne festes Ziel und ohne Fahrplan, aber voller Möglichkeiten. Entwickelt von den St. Galler Konzeptkünstlern Frank und Patrik Riklin (Atelier für Sonderaufgaben) lädt die Linie Null dazu ein, aus dem gewohnten Alltag auszubrechen und sich auf das Unerwartete einzulassen. Fahrgäste können kostenlos ein- und aussteigen – nicht um effizient von A nach B zu kommen, sondern um zu erleben, was unterwegs entsteht. Der Bus wird zum sozialen Möglichkeitsraum: ein Ort für unübliche Begegnungen, überraschende Gespräche und neue Perspektiven. Das dreiwöchige Pilotprojekt im Raum Baden-Wettingen wird wissenschaftlich durch das Institut für Mobilität der Universität St. Gallen begleitet.

Resultate

Die Linie Null verzeichnete in der dreiwöchigen Projektphase (30. April – 16. Mai 2026) insgesamt 18 Fahrten mit 1’263 Fahrgästen und stark wachsender Nachfrage: Startete die Premiere mit 38 Fahrgästen pro Fahrt, stiegen die Zahlen bis zur Dernière auf 120 Personen und ab Woche 3 waren regelmässig zwei Busse im Einsatz. Das Projekt erzielte weit über die Schweiz hinaus Medienresonanz: Neben NZZ, Tages-Anzeiger, Blick und 20 Minuten berichteten internationale Medien wie Reuters und Inside Edition (USA) und das Projekt wurde auf mehreren Kontinenten medial aufgegriffen.

Einreicher

Institut für Mobilität der Universität St. Gallen

Partner

Atelier für Sonderaufgaben: Konzept & künstlerische Leitung
RVBW (Regionale Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen): Projektträgerin, Betrieb der Busse
Zukunftslabor: Komplizen

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