CargoSurfer – multimodale Güterlogistik auf bestehender Verkehrsinfrastruktur im ländlichen Raum
Jahr: 2026
Ziele/Ideen
CargoSurfer überwindet eine strukturelle Trennung, die seit Jahrzehnten praktiziert wird: Personen- und Güterverkehr werden als getrennte Systeme betrieben. Dabei verfügen Busse, Bahnen, Binnenschiffe und gewerbliche Fahrzeuge täglich über ungenutzte Restladekapazitäten. CargoSurfer erschließt diese verkehrsträgerübergreifend durch Beauskunftung, Buchung und automatisierte Plausibilitätsprüfung von Routen und Zeitfenstern. Die Lösung setzt auf bestehende Infrastruktur und verändert allein die organisatorische Ebene. Die Plattform ist als offenes System konzipiert: Jeder Akteur kalkuliert seinen Tarif eigenverantwortlich – eingebettet in eine einheitliche Buchungsstruktur, die alle Verkehrsträger miteinander verbindet. Das genossenschaftliche Trägermodell macht CargoSurfer unabhängig von politischen Entscheidungen und Förderkulissen – Wirtschaft hilft sich selbst. Barrierefreiheit ist auf allen Ebenen mitgedacht: im Frontend sowie als Wegbereiter für inklusive MikroHub-Arbeitsplätze.
Kurzbeschreibung
CargoSurfer ist eine digitale Buchungs- und Vermittlungsplattform für ungenutzte Ladekapazitäten im öffentlichen Personennahverkehr sowie auf gewerblichen Fahrzeugrouten von Logistikdienstleistern, Handwerk und Gewerbe und schafft damit eine nachhaltige, bezahlbare Logistik für den ländlichen Raum. Eine automatisierte Plausibilitätsprüfung stellt sicher, dass Sendungen, Routen und Zeitfenster verlässlich zusammenpassen. Erstmals entstehen verkehrsträgerübergreifende, multimodale Transportketten im ländlichen Raum, ein Ansatz bislang ohne Vorbild. Waren werden an dezentralen MikroHubs übergeben und weitergeleitet. Ein erster Pilotbetrieb im Odenwaldkreis, gefördert durch das Digitalministerium des Landes Hessen, wurde erfolgreich im März 2026 abgeschlossen. Die Überführung in ein tragfähiges Geschäftsmodell unter genossenschaftlicher Betreiberstruktur ist in Vorbereitung, um Wirtschaftlichkeit und Absatzreichweite für alle Beteiligten sicherzustellen.
Resultate
Das Projekt hat eine 15-jährige Entwicklungsgeschichte mit mehreren Machbarkeitsstudien, Förder- und Testphasen. Die jüngste Phase wurde mit rund 1,85 Mio. Euro aus dem BMV-Förderprogramm mFUND sowie dem hessischen Projekt „alles lokal – kaufen & liefern“ finanziert, in den beiden Landkreisen Main-Kinzig und Odenwaldkreis erprobt. Ein erster Pilotbetrieb wurde im März 2026 erfolgreich abgeschlossen: Erstmals wurden Sendungen als Mitnahme multimodal transportiert und an MikroHubs übergeben. Die genossenschaftliche Trägerstruktur (Neue LandLogistik eG) befindet sich in der Gründungsphase mit geplanten 35 Gründungsmitgliedern im Jahr 2026; bis 2030 wird mit mehr als 400 Genossen gerechnet. Die Plattform ist technisch erprobt und bereit für die Ausweitung auf weitere Regionen – die Überführung in den genossenschaftlichen Betrieb schafft die organisatorische Grundlage für eine nachhaltige und unabhängige Trägerschaft.
Partner
OREG Wirtschaftsförderung des Odenwaldkreises: Auftraggeberin, Umsetzung
Odenwaldkreis: Projektträger „alles lokal – kaufen&liefern“
Main-Kinzig-Kreis, Amt für Umwelt, Naturschutz und ländlichen Raum, Abt. Entwicklung ländlicher Raum: Projektpartner „alles lokal – kaufen&liefern“
Behindertenwerk Main-Kinzig gGmbH: Projektpartner mFUND „CargoSurfer“
SPESSARTregional e.V.: Projektpartner mFUND „CargoSurfer“
cantus Verkehrsgesellschaft mbH: Projektpartner mFUND „CargoSurfer“
voyagerr, Modaxo: IT-Lieferant „CargoSurfer“
Kühne Logistics University Hamburg: Wisschaftliche Begleitung mFUND „CargoSurfer“