Klimabeitrag für nachhaltiges dienstliches Reisen an der TU Graz
Jahr: 2026
Bundesland: Steiermark
Ziele/Ideen
Der Klimabeitrag der TU Graz zeichnet sich durch die konsequente Zweckbindung der Einnahmen aus: Beiträge aus Flugreisen fließen direkt in die Förderung von Bahn- und Busreisen. Dadurch werden die oft günstigeren Flugkosten mit nachhaltigeren Alternativen ausgeglichen. Statt auf Verbote oder komplexe Ausnahmeregelungen zu setzen, erfolgt die Umsetzung vollautomatisiert und mit kleinem Verwaltungsaufwand, was die Akzeptanz deutlich erhöht. Die Wahl des Verkehrsmittels bleibt den Mitarbeitenden und Projektleitenden überlassen, gleichzeitig setzt die Universitätsleitung ein klares Signal zugunsten nachhaltiger Mobilität. Autoreisen werden weder belastet noch gefördert, da sie zwar emissionsärmer als Flüge, aber weniger nachhaltig als Bahnreisen sind und insgesamt nur eine geringe Rolle spielen. Die zentrale Innovation liegt darin, dass die Einnahmen vollständig in nachhaltige Reisemöglichkeiten reinvestiert werden. Innovativ am Klimabeitrag ist die starke Zweckgebundenheit der Einnahmen.
Kurzbeschreibung
Die TU Graz setzt auf klimafreundliche Mobilität. Dienstreisen sind für das wissenschaftliche Arbeiten essenziell, sollen jedoch im Einklang mit dem Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2030 stehen. Deshalb werden umweltfreundliche Reisen belohnt und Flugreisen mit einem Klimabeitrag belegt. Für alle dienstlichen Reisen ein verbindliches System: -> 50 Prozent Gutschrift der Fahrtkosten bei Bahn- und Busreisen im Linienverkehr -> 50 Prozent Gutschrift auf den Beförderungszuschuss bei privater Klimaticket-Nutzung -> 100 € Klimabeitrag für innereuropäische Flüge (Basis: Europarat) -> 200 € Klimabeitrag für interkontinentale Flüge Die Verrechnung erfolgt automatisch über den Innenauftrag der Reise. Bei einer Kombination aus Bahn/Bus und Flug werden beide Arten von Klimabeiträgen berücksichtigt. Ziel ist es, bewusste Reiseentscheidungen zu fördern, CO₂-Emissionen zu reduzieren und einen Kulturwandel im Reiseverhalten anzustoßen.
Resultate
-> Positive Auswirkungen auf das Reiseverhalten Erste Auswertungen zeigen Rückgang der Flugemissionen (Hauptziel) sowie mehr Bahnkilometer. -> Hohe Akzeptanz & Bewusstseinssteigerung Breite Zustimmung durch Kommunikation und Einbindung; stärkeres Bewusstsein für nachhaltiges Reisen beruflich und privat. -> Effiziente & verursachergerechte Abwicklung Vollautomatisierte SAP-Umsetzung ohne Mehraufwand; Zuordnung der Klimabeiträge zu Projektbudgets. -> Klare Positionierung der Universitätsleitung Starkes Signal für nachhaltige Mobilität und klare Vorreiterrolle der TU Graz. -> Soziale Fairness Keine Benachteiligung bei Klimaticket-Nutzung, da der Beförderungszuschuss berücksichtigt wird. -> Evaluationsergebnisse Signifikante Verlagerung von Flugreisen hin zu Bahn/Bus bei europäischen Dienstreisen. -> Weiterreichende Effekte Nachhaltiges Reiseverhalten wirkt auch auf Pendel- und privates Mobilitätsverhalten.