TRANSFLIGHT – Shaping the future of air travel

Einreichende Institution: Institut für Umweltsystemwissenschaften, Universität Graz
Jahr: 2026
Bundesland: Steiermark

Ziele/Ideen

Die Klimapolitik im Flugverkehr ist weiterhin stark von technologischen Lösungen geprägt – TRANSFLIGHT setzt dem eine konsequente Nachfrageperspektive entgegen. Das Projekt zeigt empirisch und modellbasiert, dass weder isolierte Nachfragemaßnahmen wie Ticket- oder Vielfliegersteuern noch die absehbare Entwicklung nachhaltiger Flugkraftstoffe bis 2030 ausreichen, um das prognostizierte Nachfragewachstum zu kompensieren. Damit rückt die Ausgestaltung von Maßnahmenpaketen in den Fokus. TRANSFLIGHT zeigt, dass die Akzeptanz restriktiver Maßnahmen auch maßgeblich von den wahrgenommenen Auswirkungen auf die Gesellschaft als Ganzes abhängt. Innovativ ist zudem die Verbindung quantitativer Verhaltensforschung und qualitativer Sozialforschung mit Emissionsmodellierung und intensiver Stakeholder-Integration – von Reisebüros über Flugreisende bis zu Universitätsleitungen. Dadurch entstand praxisrelevantes Wissen, das direkt in Entwicklung wirksamer und akzeptabler Maßnahmenpakete einfließen kann.

Kurzbeschreibung

Der Flugverkehr zählt zu den emissionsintensivsten Verkehrsmitteln und stellt zugleich ein politisch sensibles Handlungsfeld dar: Einer steigenden Nachfrage stehen kurz- und mittelfristig nur begrenzte technologische Alternativen gegenüber, während politische Maßnahmen auf nationaler Ebene schwer umzusetzen sind. Unterschiedliche Lock-In-Faktoren, wie bestehende soziale Normen, verstärken das Flugverhalten im privaten und beruflichen Kontext. Das abgeschlossene Forschungsprojekt TRANSFLIGHT (Uni Graz, 2022–2024, Klima- und Energiefonds, KR20AC0K18157) nahm dieses Spannungsfeld aus interdisziplinärer Perspektive in den Blick. Untersucht wurden Freizeit-, Geschäfts- und akademische Flugreisen anhand von Umfragen, Fokusgruppen, Interviews, einem Policy Delphi sowie Emissionsmodellierungen. Die zentralen Befunde zeigen, dass nur umfassende Maßnahmenpakete, die gesellschaftliche Fairness berücksichtigen, substantielle Emissionsreduktionen erzielen und Akzeptanz fördern können.

Resultate

Das Projekt hat in 2,5 Jahren mehrere umfangreiche empirische Datensätze erhoben (u.a. 1.052 Teilnehmende zu Freizeitflügen, 758 zu universitären Flugreisen, Interviews mit 14 Expert:innen und Umfrage mit 101 Reisenden zu geschäftlichen Flugreisen). Drei Artikel sind bereits in referierten Fachzeitschriften erschienen, weitere befinden sich im Begutachtungsprozess. Die Projektergebnisse wurden in nationalen Medien rezipiert (ORF ECO, Ö1 Morgenjournal, Falter), im Rahmen des Klimabeirats der Stadt Graz präsentiert sowie auf (inter)-nationalen Fachveranstaltungen (z.B. Finnland, Niederlande) vorgestellt. Universitäre Reiserichtlinien an der Uni Graz (URBI-Fakultät) und der Uni Bergen (CET) wurden durch Projektergebnisse informiert. Die Forschungsarbeit hat das Spannungsfeld Flugverkehr öffentlich sichtbar gemacht und eine evidenzbasierte Grundlage für zukünftige Maßnahmen geschaffen – ein Bedarf, der durch anhaltende Medien- und Politiknachfrage auch nach Projektende bestätigt wird.

Einreicher

Institut für Umweltsystemwissenschaften, Universität Graz

Partner

Centre for Climate and Energy Transformation (CET), Universität Bergen: Projektpartner

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