Ooobachtinger
Jahr: 2026
Bundesland: Steiermark
Ziele/Ideen
Die Innovation liegt in der Kombination mehrerer Informationen in einem einzigen, niederschwelligen und wartungsarmen System: Route, Gefahrenstellen, Überholmöglichkeiten und aktuelle Verkehrsmenge werden gemeinsam kommuniziert – mit Rücksicht auf den wertvollen Naturraum. Der Prototyp konnte entstehen, weil quantitative Daten (Unfallgeschehen) mit qualitativen Erkenntnissen aus Befragungen und Workshops von Beginn an kombiniert wurden. Die Einbindung unterschiedlicher Stakeholder (Radfahrende, Tourismus, Bauhof) brachte unerwartete Perspektiven: die Bedeutung des Naturraums und die Anforderung einfacher Wartbarkeit. Innovativ ist auch das Re-Use-Prinzip: Bestehende Schneestangen werden wiederverwendet, was Kosten senkt und Akzeptanz fördert, da sie ein vertrautes Bild im Straßenraum darstellen. Ein E-Paper-Display mit minimalem Energieverbrauch ermöglicht saisonalen Betrieb ohne Wartung. Die gesammelten Verkehrsdaten schaffen eine wachsende Wissensbasis für künftige Verbesserungen.
Kurzbeschreibung
Ooobachtinger ist der getestete Prototyp eines kostengünstigen Leitsystems für schmale Freilandstraßen. Mit seinem Einsatz sollen Konflikte zwischen Radfahrenden und motorisiertem Verkehr zu reduziert werden. Besonders durch das E-Bike wurden landschaftlich attraktive, aber anspruchsvolle Freilandstraßen für weniger geübte Radfahrende interessant – mit Folgen für die Unfallstatistik, nicht zuletzt wegen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von bis zu 100 km/h. Auf Basis der Analyse hunderter Unfälle sowie zahlreicher Gespräche und Workshops mit Radfahrenden und Stakeholdern in der Südsteiermark wurde ein intuitives Informationssystem entwickelt. Es wird punktuell entlang von Freilandstraßen installiert, zeigt Routen, Gefahrenstellen, Überholmöglichkeiten und die aktuelle Verkehrsmenge an. Erste Feedbackgespräche deuten darauf hin, dass das Sicherheitsempfinden verbessert werden kann, damit mehr Menschen diese Straßen konfliktfrei mit anderen Verkehrsteilnehmenden nutzen können.
Resultate
Das primäre Projektziel – ein funktionsfähiger Prototyp mit nachweisbarer Verbesserung gegenüber dem Ist-Zustand – wurde vollumfänglich erreicht. Zentrale Ergebnisse: Empirie: Auswertung von 332 Radverkehrsunfällen in der Zielregion sowie Befragung von über 120 Personen vor Ort bildeten die Grundlage für eine evidenzbasierte Lösung. Akzeptanz: Testfahrten mit diversen Nutzer:innengruppen zeigten überwiegend positive Rückmeldungen. Tourismus Südsteiermark unterstützt die Weiterentwicklung und sieht konkreten Mehrwert für Gäste. Sozialer Mehrwert: Mehr Menschen – insbesondere weniger geübte Radfahrende – können schmale Freilandstraßen sicherer nutzen, was Teilhabe und Gesundheit fördert. Ökologisch: Wiederverwendete Schneestangen und ein energieminimales E-Paper-Display stehen für ressourcenschonende Umsetzung. Skalierungspotenzial: Erste Gespräche mit Unternehmen im Bereich Verkehrszählung zur gemeinsamen Skalierung wurden bereits geführt.
Partner
moura: Projektleitung
Jonathan Hoier: Programmierung
PM-CNC Technik: CNC Fertigung
Ynvisible: Fertigung E-Paper-Display
Tourismus Südsteiermark: Lokales Netzwerk