Stadtteilplan von Kindern für Kinder

Einreichende Institution: tinkerbrain GmbH
Jahr: 2026
Projektbild 26392

Ziele/Ideen

Drei Aspekte machen das Projekt besonders: Erstens: Die Perspektive der Kinder ist Ausgangspunkt und Inhalt. Mit der App #stadtsache dokumentieren Kinder selbst, welche Orte für sie zählen – nicht Erwachsene definieren, was relevant ist. Zweitens: Der Plan zeigt für jeden Ort drei Mobilitätsoptionen ab Schule: Fußweg, Radzeit, Busverbindung. Multimodalität wird konkret und alltagstauglich, nicht abstrakt. Drittens: Die Darstellung ist bewusst illustrativ – einzelne Häuser und markante Orte bleiben erkennbar. Tests zeigten: Kinder orientieren sich an Vertrautem (Wo ist mein Haus? Wo meine Schule?). Erst darüber entsteht Kartenkompetenz. Hinzu kommt die 12-sprachige Umsetzung, orientiert an den soziodemografischen Daten Coerdes. Der Plan erreicht Familien direkt – ohne sprachliche Barriere zwischen Schule und Sozialraum.

Kurzbeschreibung

In Münster-Coerde haben Kinder der Melanchthonschule gemeinsam mit tinkerbrain einen Stadtteilplan entwickelt – von Kindern für Kinder. Mit der App #stadtsache dokumentierten sie Orte, die ihnen wichtig sind: Freizeit, Kultur, Bewegung, Begegnung. Für jeden Ort zeigt der Plan, wie lange man zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Bus von der Schule aus braucht – die Schule wird zum Ankerpunkt. So werden Entfernungen konkret: Viele Wege sind kürzer als gedacht. Der Plan setzt Kinder und Familien in Bewegung, die sich sonst gar nicht erst auf den Weg machen, weil sie Distanzen überschätzen. In 12 Sprachen, orientiert an der Soziodemografie Coerdes, erreicht er Familien direkt – als praktisches Werkzeug gegen die zunehmende Verinselung kindlicher Alltage. Entstanden im wissenschaftlichen Verbundprojekt DigiSchuKuMPK.

Resultate

Der Stadtteilplan Coerde liegt seit Kurzem in einer Erstauflage von 1.000 Exemplaren vor und ist als Pilot konzipiert, der Anpassungen für weitere Auflagen ermöglicht. Bereits beobachtbare Wirkungen: ➜ Verwaltungsübergreifender Effekt: Der Plan macht Lücken in der Stadtteilversorgung sichtbar und bringt Akteur:innen an einen Tisch, die sonst nebeneinander arbeiten – Mobilität, Kultur, Bildung, offene Kinder- und Jugendarbeit. Aus dem Plan wird ein gemeinsames Bild des Sozialraums. ➜ Aktivierung durch Recherche: Im Erkundungsprozess gehen die Kinder im Klassenverband Wege ab, die sie zuvor nicht kannten, und tragen das Wissen in ihre Familien – ein Multiplikatoreneffekt in die Haushalte. ➜ Kinder als Stadtteil-Expert:innen: Ihre Empfehlungen erreichen Familien in 12 Sprachen direkt – ohne erwachsene Vermittlung. Belastbare Nutzungsdaten entstehen in den kommenden Monaten über den Austausch mit der Schule, Audio-Abrufe und den digitalen Stadtplan.

Einreicher

tinkerbrain GmbH

Partner

Melanchthonschule Münster: Pilotschule; Umsetzung mit Schüler:innen, Stadtteilerkundung
Universität Osnabrück: Wissenschaftliche Begleitung im Verbundprojekt DigiSchuKuMPK, Community of Practice 2
Universität Hamburg: Wissenschaftliche Begleitung im Verbundprojekt DigiSchuKuMPK, Community of Practice 2
Ruhr-Universität Bochum: Dr. Matthias Forell (Leitung)Wissenschaftliche Begleitung im Verbundprojekt DigiSchuKuMPK, Community of Practice 2

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