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Forschungscampus Mobility2Grid

Forschungscampus Mobility2Grid

Ziele/Ideen

Seit Jahren stagnieren die Emissionen des deutschen Verkehrssektors, teilweise steigen sie sogar wieder leicht an. Dabei müssen alle Sektoren einen Beitrag dazu leisten, die deutschen CO2-Reduktionsziele zu erreichen, welche eng mit der Energiewende verbunden sind. Das Gelingen der Energiewende ist wiederum eng mit der Elektrifizierung des Verkehrs verknüpft, was eine einzigartige Chance ist, Energie- und Verkehrssysteme gemeinsam zu erforschen. Dies erfordert aber auch bedarfsgerechte Nutzungskonzepte und die Akzeptanz neuer Technologien in der Bevölkerung. Der steigende Anteil von volatilen erneuerbarer Energien im Stromnetz bringt die Notwendigkeit von Energiespeichern mit sich. In Städten stellen Batterien von Elektrofahrzeugen ein wachsendes Speicherpotenzial dar. Das gilt sowohl für Privatfahrzeuge, die in urbanen Gegenden über 22 Stunden am Tag nicht genutzt werden, als auch für Busse und Wirtschaftsfahrzeuge mit ihren klar definierten Einsatz- und Standzeiten. Im Hinblick darauf untersucht der Forschungscampus Mobility2Grid die Integration von dezentralen Energienetz- und elektrifizierten Transportstrukturen in urbanen Arealen.
Ziel des Forschungscampus Mobility2Grid ist es, innovative Lösungen zu erforschen und zu realisieren, um die Versorgung mit Strom, Wärme und Verkehr bezahlbar, sicher und vollständig auf Basis erneuerbarer Energien zu gewährleiten. Dafür werden elektrische Straßenfahrzeuge in dezentrale Energienetze eingebunden. Zudem wird ein Referenzquartier mit einem lokalen intelligenten Energienetz (Smart Grid) für das synergetische Zusammenwirken von Elektromobilität, Strom- und Wärmeversorgungsnetzen geschaffen. Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft arbeiten daran in einer langfristig angelegten Partnerschaft.

Kurzbeschreibung

Zentral ist die Frage, wie Elektrofahrzeuge in dezentrale, intelligente Energienetze integriert werden können. Durch gesteuertes, flexibles Laden können die Fahrzeugbatterien dazu beitragen, Energienetze zu stabilisieren. Mithilfe von bidirektionaler Ladetechnologie können die Fahrzeuge Energie aber bei Bedarf auch zurück ins Stromnetz speisen und so dazu beitragen, mögliche Erzeugungslücken zu überbrücken.
Zum Projekt gehört auch zu erforschen, welche Mobilitätskonzepte im Individualverkehr und was für ein Flottenmanagement im Bus- und Wirtschaftsverkehr dazu beitragen können, dass ein solches Konzept wirtschaftlich betreibbar ist. Zudem wird die Akzeptanz solcher Ansätze durch die Nutzer/innen untersucht und eine digitale Plattform entwickelt, auf der notwendige und hilfreiche Dienste bereitgestellt werden. Die Projektinhalte und Ergebnisse werden in Masterstudiengänge und Weiterbildungen eingebracht.

Resultate

Auf dem EUREF-Gelände wurde ein lokales Smart Grid aufgebaut, das Ladepunkte für E-Fahrzeuge und ein Gebäude als Verbraucher sowie PV-Anlagen und stationäre Batterien als Versorger integriert. Das Smart Grid konnte bereits testweise im Inselbetrieb betrieben werden, also abgekoppelt vom restlichen Stromnetz. Es wurde eine innovative E-Bus-Ladestation errichtet, die künftig in das Smart Grid integriert wird und für bidirektionales Laden ertüchtigt werden soll. Ein Mobilitätskonzept mit Zufahrtsbeschränkungen erlaubt die Einfahrt in den inneren Bereich des Geländes nur noch für Elektrofahrzeuge und Taxen. Eine digitale Plattform führt Rohdaten und vorhandene Mobilitätsdienste zusammen, um auf dieser Grundlage neue Dienste zu entwickeln, die die Mobiltätswende voranbringen. Teile der Forschung fließen in drei weiterbildende Masterstudiengänge der TU Berlin ein, die auf dem Gelände durchgeführt werden.
Die Erkenntnisse helfen dabei, Stadtquartiere künftig mithilfe von erneuerbaren Energien zu versorgen, was Netzbetreiber, Versorgungsunternehmen und Immobilienentwickler vor Herausforderungen stellt und bei denen die Nachfrage nach integrativen Konzepten für die Versorgung mit Energie und Mobilität groß ist. Ein wichtiger Aspekt ist daher das Aufzeigen von Geschäftsmodellen in diesem Bereich. Verkehrsbetriebe profitieren ebenfalls von den Erkenntnissen, da sie Betriebshöfe als Smart Grids aufbauen und dabei ihre Flotten elektrifizieren können - was eine Notwendigkeit ist, spätestens wenn Fahrverbote für Dieselfahrzeuge drohen. Von integrativen Mobilitäts- und Energiekonzepten profitieren nicht zuletzt aber auch Stadtbewohner*innen, da lokale Luftverschmutzung reduziert wird und ein breiteres Mobilitätsportfolio abseits vom eigenen PKW angeboten werden kann.

Einreicher

Mobility2Grid e.V. EUREF-Campus 9, 10829 Berlin geschaeftsstelle@mobility2grid.de +493078898263www.mobility2grid.de

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