Wir verwenden Cookies um Ihnen bestmöglichen Service zu bieten. Indem Sie diese Seite nutzen, erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.

Mission Zero Silbertal

rtf-028_mission-zero-silbertal_elektroauto-zum-einwochigen-test-fur-haushalte-und-betriebe
mission-zero-silbertal_elektroauto-zum-einwochigen-test-fur-haushalte-und-betriebe (C)Christoph Breuer Christoph Breuer

Ziele/Ideen

Der Ausstieg aus dem Erdöl ist eine globale Herausforderung. Das vergleichsweise billige und universell einsetzbare Öl hat in den letzten Jahrzehnten Siedlungs- und Wirtschaftsstrukturen mitgeformt, die in hohem Maße abhängig von einem günstigen, speicherbaren und in großen Mengen verfügbaren Energieträger sind. Vor einigen Jahren war die großen Bedrohungsszenarien für diese Strukturen noch versiegende Ölquellen und damit einhergehende hohe Energiepreise. In den letzten Jahren wurde das Ende des günstigen Öls von den Herausforderungen des Klimaschutzes überlagert: Aus Gründen der Erderhitzung darf gar nicht mehr alles Öl, das noch in der Erdkruste lagert, verwenden werden. Der rasche Ausstieg aus den Erdölanwendungen ist ein zentraler Schlüssel der Klimapolitik.

Das Projekt missionzero wurde auf Initiative der Österreichischen Energieagentur - Austrian Energy Agency (AEA) und in Abstimmung mit der österreichischen Hoteliersvereinigung (ÖHV) konzipiert. Missionzero ist Teil der Klimschutzinitiative klimaaktiv des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK). Im Jahr 2019 wurde von der AEA im Rahmen von klimaaktiv eine umfassende Erhebung des Einsatzes an fossilen Rohstoffen durchgeführt (Status-Quo), um darauf aufbauend Maßnahmen zum raschen Ausstieg aus dem Erdöl beispielhaft für viele ländliche Regionen und touristisch geprägte Wirtschaftsweisen umzusetzen. Innovativ ist dabei, dass die “gesamte Endnachfrage” betrachtet wurde, d.h. sowohl die energetische als auch die stoffliche Verwendung von fossilen Rohstoffen mitsamt aller vor- und nachgelagerter Prozesse inkl. Importe für das tägliche Leben in der Region analysiert wurde. Die Analyse des Status-Quo dient als Baseline für die Einordnung von erzielten Erfolgen zur konkreten und messbaren Reduktion des Erdölverbrauchs und der CO2-Emissionen im Silbertal.

Das Institut kairos hat als Umsetzungspartner mit den wesentlichen Akteuren in der Gemeinde von der Erdölbilanz ein Maßnahmenpaket abgeleitet, mit dessen Umsetzung Ende 2019 begonnen wurde.

Das Maßnahmenpaket ist in drei Aktionsfelder gegliedert und wird halbjährlich evaluiert, weiterentwickelt und aktuellen Herausforderungen angepasst. Zur Wirkungsbeobachtung werden von kairos halbjährlich die umgesetzten Maßnahmen und deren energetische Wirkung an die Energieagentur übermittelt, die darauf aufbauend die CO2 Effekte und die Einsparung an fossiler Energie berechnet.

So konnte zielgerichtet und mit hoher Einbindung der Akteure und EinwohnerInnen ein lernendes System etabliert werden, das den zielgerichteten Mitteleinsatz sicherstellt.

Umfeldpartner des Programms sind das Vlbg. Energieinstitut, das Land Vorarlberg, die illwerke vkw Gruppe sowie die Montafonerbahn als Netzbetreiber und ÖV Dienstleister in der Region.

Kurzbeschreibung

Silbertal ist ein kleines Bergdorf mit gut 800 Einwohnern und rund 700 Gästebetten im Süden Vorarlbergs. Das Silbertal verbindet das Montafon über das Winterjöchle mit dem Tiroler Schönverwalltal. Wirtschaftlich spielt der Tourismus eine tragende Rolle. Ein großer Teil der Gäste sind Stammgäste, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist mit 4,6 Tagen hoch.

Die Mission Zero Silbertal hat einen raschen und konsequenten Ausstieg aus dem Erdöl zum Ziel. Eine Bestandsaufnahme des derzeitigen Erdölverbrauchs zeigt die zentralen Herausforderungen. Das Projekt gliedert sich in drei Aktionsfelder: Mobilität Einheimische, Mobilität Gäste sowie Raumwärme.

Die Umsetzung startete in der Wintersaison 2019/20. In der Steuerungsgruppe (bestehend aus GemeindevertreterInnen, UnternehmerInnen und Privatpersonen) werden die Aktivitäten geplant, abgestimmt und nach der Umsetzung reflektiert.

Die Mission Zero Silbertal konnte bereits in den ersten Monaten erstaunliche Erfolge erzielen.

Resultate

Wesentliche Ergebnisse aus den ersten Monaten der Mission Zero Silbertal sind in beiliegender CO2-Bilanzierung zusammengefasst. Das Projekt hat bereits nach wenigen Monaten einen guten Bekanntheitsgrad, kann sein Ziel des Erdölausstiegs aber nur durch längerfristiges kontinuierliches Engagement erreichen.
Der wesentliche Mehrwert besteht in der lokal verfügbaren, unabhängigen Planungs- und Beratungskompetenz, um Fehlinvestitionen zu vermeiden und die Bewohner gut auf den Zeitpunkt, an dem Neukäufe im Mobilitäts- und Wärmebereich anstehen, vorzubereiten. Ist der Zeitpunkt gekommen, muss es oft sehr rasch gehen und ist zu wenig Zeit für grundsätzlichere Überlegungen.

Mit fortschreitender Umsetzung wird das Projekt dazu genutzt, neue Gästeschichten anzusprechen. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass auch das Mobilitätsverhalten der Einheimischen in Richtung Klimaschutz weiterentwickelt wird und das Projekt deshalb nach innen und außen glaubhaft ist und die Ziele tatsächlich gelebt werden.

Einreicher

Gemeinde Silbertal
Herr Thomas Zudrell
Dorfstraße 8, 6782 Silbertal
thomas.zudrell@silbertal.at
05556 74104
 

Partner

ÖSTERREICHISCHE ENERGIEAGENTUR: Gesamtkoordination

kairos OG: Projektleitung vor Ort

auf Facebook teilen twittern