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RemiHub

RemiHub
TLG-033 2020 Konzeptskizze RemiHub, ©tbw research

Ziele/Ideen

Gütertransporte in Städten werden in der Regel mit dieselbetriebenen Straßenfahrzeugen abgewickelt. Damit gehen Lärm- und Schadstoffemissionen einher, die mit hohen gesundheitlichen Belastungen für die BewohnerInnen verbunden sind. Das Abstellen der Lieferfahrzeuge nimmt wertvollen Platz in den Straßen in Anspruch und führt zu Konflikten mit den BewohnerInnen und anderen VerkehrsteilnehmerInnen.

Insbesondere Paketsendungen erfahren angesichts großer Wachstumsraten im Online-Handel gegenwärtig hohe Steigerungsraten. Auch die aktuelle Gesundheitskrise zeigt auf, dass die kontaktlose Paketzustellung weiter an Bedeutung gewinnen wird. Des Weiteren lassen Trends wie Same-Day-Delivery und die damit einhergehende Verkleinerung von Sendungsgrößen ein weiteres Wachstum des Verkehrsaufkommens, insbesondere in der Paketlogistik, erwarten. Aufgrund all dieser Entwicklungen werden die Herausforderungen für die Städte in den nächsten Jahren immer größer und ein Umdenken in der Paketlogistik wird immer wichtiger.

Durch die Verknüpfung von Logistik und ÖV wird ein innovativer Lösungsansatz geschaffen, um der Ressourcenverknappung entgegen zu wirken und einen Beitrag zu den österreichischen Klimaschutzzielen zu leisten.

Kurzbeschreibung

Die klimafreundliche Abwicklung des Güterverkehrs zählt zu den zentralen Herausforderungen der Städte. Darunter fällt auch die Verteilung von Paketsendungen, die überwiegend mit Dieselfahrzeugen abgewickelt wird. Jedoch bietet gerade dieser Sektor aufgrund kleiner Sendungsgrößen und hoher Stoppdichte gute Voraussetzungen für den Einsatz von Lastenrädern. Da sich die Depots der Paketlogistiker am Stadtrand befinden, bedarf es alternativer Zustellkonzepte, da eine Belieferung per Lastenrad von dort nicht wirtschaftlich ist. Innerstädtische Micro-Hubs ermöglichen den Umschlag von großen Fahrzeugen aus dem Hauptlauf auf Lastenräder für die Feinverteilung. Diese Hubs benötigen jedoch zentral gelegene Flächen, die wenig verfügbar sind und deren Nutzung meist mit hohen Kosten verbunden ist.

Ziel des Forschungsprojekts RemiHub ist die Nutzung von Flächen der Wiener Linien als Umschlagspunkte in der Paketzustellung. Damit wird eine umweltfreundliche Last-Mile-Zustellung per Lastenrad möglich.

Resultate

Um wesentliche Aspekte des RemiHub-Konzepts unter realen Bedingungen zu testen, fanden bisher zwei Testbetriebe statt. Dabei konnte demonstriert werden, dass das Konzept funktioniert.
Der erste Testbetrieb fand an zwei Tagen im Herbst 2019 auf einer Fläche bei der Remise Kagran statt. Von dort aus wurden, in Kooperation mit einem Frischelogistiker, Lebensmittel an Bildungseinrichtungen im 22. Bezirk zugestellt.
Für den zweiten und größeren Testbetrieb konnte der Paketlogistiker DPD für die Kooperation gewonnen werden. Die Pakete wurden vom Depot Leopoldsdorf mittels Klein-LKW zur Busgarage Spetterbrücke transportiert, dort umgeladen und per Lastenrad im westlichen Ottakring (16. Bezirk) feinverteilt. In dieser Woche wurden:

• ca. 300 Pakete per Lastenrad zugestellt
• ca. 250 Adressen beliefert
• pro Tag wurden rund 7-8km per Lastenrad zurückgelegt und
• insgesamt ca. 50 LKW-Kilometer eingespart (längere Fahrtwege aufgrund von Einbahnregelungen)

Das im Testbetrieb demonstrierte Konzept kann in mehrfacher Weise erweitert werden: (1) permanent statt befristet, (2) mit mehreren Logistik-Partnern an einem Standort und (3) die Nutzung von mehreren Standorten der Wiener Linien für Paketumschlag. Damit ist eine deutliche Ausweitung der eingesparten LKW-Kilometer möglich. Pro eingesetztem Lastenrad und Jahr dürfte damit eine Einsparung von rund 2500 LKW-Kilometern im dicht bebauten Gebiet möglich sein. Eine positive soziale Wirkung ist zudem, dass Heavy Pedals die FahrerInnen fix anstellt, während in der Paketlogistik Scheinselbständigkeit üblich ist.
Video der Wiener Linien zum Testbetrieb Spetterbrücke: https://vimeo.com/415417150

Einreicher

Wiener Linien
Frau DI Miriam Olof
Erdbergstraße 202, 1030 Wien
miriam.olof@wienerlinien.at
+43 (1) 7909 42010
+43 (664) 88482453
https://www.wienerlinien.at

Partner

tbw research GesmbH: Konsortialführer

TU Wien, Department für Raumplanung, Fachbereich f

Heavy Pedals Lastenradtransport und -verkauf OG : Praxispartner Lastenradtransport

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