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Stairmotivation - Ohrwurm zum Mitgehen

Stairmotivation - Ohrwurm zum Mitgehen
ML-026 2017 Stephanie Wypchlo

Ziele/Ideen

Im Zuge des Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes ist der Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln auch für mobilitätseingeschränkte Personen sicher zu stellen. Dazu werden bei Bahn- bzw. U-Bahn-Stationen standardmäßig Aufzüge, fallweise auch zusätzlich Rolltreppen installiert. Aufstiegshilfen wie z.B. Aufzüge, die von mobilitätseingeschränkten Personen (wie auch Personen mit Kinderwagen, Gepäck etc.) benötigt werden, werden aber oft durch mobilere Personen blockiert, die diese aus Bequemlichkeit verwenden.
Zusätzlich wird dadurch physische Inaktivität gerade bei jenen Personen ermöglicht, die ohnehin an Bewegungsmangel leiden: Die WHO empfiehlt mehrmals wöchentlich mindestens 30 Minuten körperliche Bewegung, um verschiedensten Gesundheitsproblemen wie Übergewicht bzw. Adipositas vorzubeugen. Übergewicht ist inzwischen als epidemiologische Erscheinung anerkannt, verbreitet sich in der westlichen Welt rasch und belastet mit allen verbundenen Problemen das Gesundheitssystem.
Um die Nutzung von Aufstiegshilfen detailliert zu analysieren, stellen sich folgende Forschungsfragen:
• In welchem Ausmaß und aufgrund welcher Motive frequentieren verschiedene Nutzer*innengruppen die Aufstiegshilfen (Stiegen, Rolltreppen, Aufzüge) der Wiener Linien in den U-Bahnstationen Karlsplatz, Stephansplatz sowie Landstraße im März 2017 aufwärts?
• Welchen Einfluss haben die im Zuge der Masterarbeit in den genannten U-Bahn-Stationen durchgeführten Interventionsmaßnahmen im Mai 2017 auf die Inanspruchnahme der Aufstiegshilfen durch verschiedene Nutzer*innengruppen?

Kurzbeschreibung

Im Zuge einer Masterarbeit am Institut für Verkehrswesen der Universität für Bodenkultur (Betreuung: M. Meschik, J. Stark) sollen Interventionsmaßnahmen entwickelt werden, die die Nutzung von Stiegen als Alternative zu Rolltreppen und Aufzügen steigern. Mehr Bewegung im Alltag soll damit der weltweit steigenden Zahl von übergewichtigen Personen entgegenwirken. Ebenso soll im Sinne der Chancengleichheit der freie Zugang von Aufstiegshilfen für mobilitätseingeschränkte Personen sichergestellt werden.
Die Nutzung der Aufstiegshilfen wird in drei U-Bahn-Stationen analysiert. Durch Zählungen und Interviews mit Fahrgästen werden die Verteilung auf unterschiedliche Aufstiegshilfen (Stiegen, Rolltreppe, Aufzug) sowie Motive für die (Nicht-)Nutzung erhoben. Die Intervention in Form von Stiegenbannern mit motivierenden Sprüchen soll Personen dazu bewegen, die Stiege bevorzugt zu verwenden. Um die Wirksamkeit der Intervention zu analysieren, werden erneut Zählungen und Interviews durchgeführt.

Resultate

Die Ergebnisse des Projektes werden voraussichtlich im Sommer 2017 publiziert. Die Resonanz der befragten Personen auf die motivierenden Stiegenbanner war durchwegs positiv: Fahrgäste nahmen die Maßnahme bewusst wahr und zeigten Verhaltensänderungen in die intendierte Richtung. So lassen erste Analysen darauf schließen, dass durch die Intervention in Form der Stiegenbanner eine signifikante Zunahme der Stiegennutzung erreicht werden konnte. In den Stationen Landstraße – Wien Mitte sowie Stephansplatz betrug die Steigerung 4-5 Prozentpunkte; hingegen wies die U-Bahn-Station Karlsplatz durch die unzureichende Sichtbarkeit der Stiegenbanner keine signifikante Veränderung auf. Die Hashtags (#stairmotivation #vienna) auf den Stiegenbannern führten zu einer hohen Medienwirksamkeit auf den Social Media-Plattformen (Instagram, Facebook, Twitter, etc.) sowie zu Berichten in nationalen Tageszeitungen (Die Presse, Der Standard, Heute, etc.) während des gesamten Interventionszeitraumes.

Einreicher

Frau Julia Hecht Mollardgasse 29/21 1060 Wien 06603160030 julia@hechte.net, Frau Stephanie Wypchlo Breitenfurterstraße 31/28 1120 Wien 06606744607 stephanie-wypchlo@gmx.de

Partner

Universität für Bodenkultur Wien: Betreuung Masterarbeit

Wiener Linien: Sponsoring, grafische Umsetzung

Mobilitätsagentur Wien: Sponsoring, grafische Umsetzung

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