Partizipative Erarbeitung Verkehrskonzept Harmsdorf-ORF-Viertel
Jahr: 2026
Bundesland: Steiermark
Ziele/Ideen
Das Projekt dreht den klassischen Planungsprozess bewusst um: Am Anfang stand nicht die Maßnahme, sondern die Frage, wie die Situation von den Bewohner:innen tatsächlich erlebt wird. Gleichzeitig wurde transparent vermittelt, welche Verkehrsberuhigungsmaßnahmen grundsätzlich möglich sind und welche Konsequenzen sie mit sich bringen. So konnten Erwartungen, Wissen und Handlungsspielräume von Beginn an geklärt werden. Innovativ ist die konsequente Verbindung von datenbasierter Analyse mit der Alltagserfahrung der Menschen vor Ort und ihre durchgängige Einbindung in alle Phasen. Unterschiedliche, niederschwellige Formate ermöglichten breite Mitwirkung und Mitentscheidung. Die Maßnahmen werden demnächst (Anfang Juni 2026) schrittweise, teils temporär umgesetzt, im Anschluss evaluiert und gegebenenfalls weiterentwickelt. So entstand kein fixer Plan, sondern ein lernendes System – getragen von hoher Akzeptanz der Befragungsteilnehmer:innen.
Kurzbeschreibung
Im Harmsdorf-ORF-Viertel fühlten sich viele Bewohner:innen durch den Verkehr stark belastet und waren mit den bestehenden Verkehrsberuhigungsmaßnahmen unzufrieden. Der Wunsch nach spürbaren Verbesserungen war groß. Ziel des Projekts war es, diese Wahrnehmung ernst zu nehmen, die tatsächliche Verkehrsbelastung zu überprüfen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die wirksam und breit akzeptiert sind. Dazu wurden Verkehrsdaten erhoben und ein intensiver Beteiligungsprozess umgesetzt. Rund 8.000 Anrainer:innen wurden persönlich eingeladen, ihre Erfahrungen, Sorgen und Ideen einzubringen. Darüber hinaus wurden lokale Stakeholder, wie Bezirksmandatar:innen sowie zwei Bürger:inneninitiativen aktiv eingebunden. Durch den Methodenmix aus Analyse und Beteiligung wurden die größten Probleme im Gebiet und welche Maßnahmen breite Zustimmung fanden sichtbar. Das Ergebnis ist ein gemeinsam entwickeltes Maßnahmenpaket für mehr Sicherheit und eine spürbar höhere Lebensqualität im Wohngebiet.
Resultate
Das Projekt zeigt bereits vor der Umsetzung messbare Erfolge durch den intensiven Beteiligungsprozess und die breite Zustimmung in der Bevölkerung. Insgesamt wurden knapp 8.000 Bewohner:innen und Unternehmen zur Teilnahme eingeladen, mehr als 3.000 Teilnahmen gab es in Summe bei den zwei Befragungen. Rund 70 % der 1.135 Teilnehmenden der zweiten Befragung unterstützen das vorgestellte Maßnahmenpaket. Diese hohe Beteiligung und Zustimmung stellen eine wesentliche Grundlage für die nachhaltige Wirksamkeit dar. Der soziale Mehrwert liegt insbesondere in der Auseinandersetzung der Themen vor Ort und der Identifikation mit dem Projekt. Durch die geplante Evaluierung wird die verkehrliche Wirkung laufend überprüft und weiter optimiert.
Partner
Stadt Graz – Referat für Bürger:innenbeteiligung: Projektmitarbeiterin Beteiligung und Information
Stadt Graz – Referat für Bürger:innenbeteiligung: Projektmitarbeiter Beteiligung und Information
StadtLABOR – Innovationen für urbane Lebensqualität GmbH: Auftragnehmer für Durchführung Beteiligung
PLANUM Fallast & Partner GmbH: Auftragnehmer Verkehrsanalyse und -planung