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Lärmdämpfung an Verkehrswegen durch Bewuchsstreifen

Lärmdämpfung an Verkehrswegen durch Bewuchsstreifen
ASFINAG (Auftraggeber)

Ziele/Ideen

Ausgehend vom aktuellen Stand der Forschung ergibt sich eine deutliche Divergenz zwischen in Prognosemodellen berücksichtigter und messtechnisch erfassbarer Lärmdämpfung von Bewuchsstreifen entlang von Verkehrswegen. Die konservativen Werte einiger Prognosemodelle haben im Bereich der Lärmkartierung ihre Berechtigung, in der aktuellen Forschung gibt es jedoch Hinweise dafür, dass diese nicht geeignet sind, um das Lärmdämpfungspotential eines permanenten, tiefen Bewuchsstreifens zu beschreiben. Zudem kommt es nach erforderlicher Durchführung von Erhaltungs- und Sicherheitsschnitten am Bewuchsstreifen oftmals zu Rückmeldungen durch die anwohnende Bevölkerung über eine dadurch verschlechterte Lärmsituation. Durch die angewandten technisch-wissenschaftlichen Methoden und der engen Einbindung der Erfahrungen des Auftraggebers ASFINAG war es im Rahmen des Projektes möglich, den Einfluss von unterschiedlichen Bewuchsstreifen auf die wahrgenommene Luftschallimmission genau zu untersuchen.

Kurzbeschreibung

Im Rahmen des Forschungsprojektes LAUB wurde die lärmdämpfende Wirkung von Bewuchsstreifen entlang von Autobahnen wissenschaftlich untersucht, und mit den aktuell verwendeten Parametern in Lärmprognosemodellen verglichen. Mit der Durchführung messtechnischer Analysen und psychoakustischer Hörversuche wurde neben der Objektivierung des Einflusses eines Bewuchsstreifens auf die Lärmbelastung insbesondere auf das subjektive Empfinden der Anrainer*innen Wert gelegt. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden anschließend in Empfehlungen für die Durchführung von Erhaltungs- und Sicherheitsschnitten des Bewuchses entlang von Verkehrswegen aus lärmtechnischer Sicht zusammengefasst. Diese Empfehlungen ermöglichen es Infrastrukturbetreibern, den wichtigen ökologischen Mehrwert und das Dekarbonisierungspotential, die verkehrstechnischen Funktionen, sowie das ergänzende Lärmminderungspotential von dichten und tiefen Bewuchsstreifen optimal zu nutzen.

Resultate

Für einen durchschnittlichen dichten Bewuchsstreifen entlang des österreichischen hochrangigen Straßennetzes mit einer Tiefe von 12 m sowie einer Höhe von 13,3 m ist für Straßenverkehrslärm im Mittel mit einer Schalldruckpegelreduktion von 1 – 2 dB(A) zu rechnen. Breitet sich Straßenverkehrslärm mehrheitlich durch einen dichten Bewuchsstreifen mit einer Tiefe von mindestens 10 m aus, so leistet dieser einen kleinen, jedoch akustisch mess- und wahrnehmbaren Beitrag zum Lärmschutz. Die in RVS 04.02.11 Version 2019 angeführte Vegetationsdämpfung durch dichten Bewuchs nach ÖNORM ISO 9613-2:2008 ist für durchschnittliche Straßenverkehrsemissionen nach derzeitigem Wissensstand für A-bewertete Gesamtpegel adäquat. Die im Projekt erarbeiteten Empfehlungen für Erhaltungsschnitte ermöglichen es Infrastrukturbetreibern, den wichtigen ökologischen Mehrwert, die verkehrstechnischen Funktionen, sowie das ergänzende Lärmminderungspotential von dichten und tiefen Bewuchsstreifen optimal zu nutzen.

Einreicher

AIT Austrian Institute of Technology
Herr Dipl.-Ing. Martin Czuka
Giefinggasse 2 W308, 1210 Wien
martin.czuka@ait.ac.at
06502945743

www.ait.ac.at

Partner

Ziviltechnikerbüro Kirisits: Subauftragnehmer

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