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Metamorphosis, Living Labs für die Zukunft

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Ziele/Ideen

Die Zahl der Kinder im öffentlichen Raum einer Stadt zeigt, wie lebenswert eine Stadt ist, insbesondere für Familien und Kinder. Im Metamorphosis Projekt sollen, in Zusammenarbeit und unter aktiver Mitwirkung von Kindern, Nachbarschaften, Straßen und Plätze kinderfreundlicher und damit lebenswerter gemacht werden. In Zusammenarbeit mit der Stadt Graz, dem Lendwirbel und Fratz Graz strebt die Forschungsgesellschaft Mobilität (FGM) – die das Projekt Metamorphosis auch europaweit koordiniert - folgendes an:
• Die Transformation von Straßen, die fast nur dem fahrenden und parkenden Autoverkehr dienen, in kinderfreundliche Straßen, in denen Kinder sich wohlfühlen und sich aufhalten können, ohne von Autos gefährdet zu werden.
• Das Testen solcher Veränderungen – regelmäßig oder auch nur für kurze Zeit – um die Anrainer und Nutzer der Straße zu zeigen, dass die Straße auch ganz anders genutzt werden kann und sie somit schöner und lebenswerter wird.
• Gemeinsam mit Anrainerinnen und Anrainer, Kindern, Schulen, Geschäften die Neugestaltung von Straßen zu entwickeln und diese Neugestaltung möglichst bald auszuprobieren
• Generell die Umgestaltung von Straßen zu erleichtern, ob nur für kurze Zeit für z.B. ein Straßenfest oder auch für längere Zeit bis hin zu permanenten Veränderungen.

Kurzbeschreibung

Das Horizon 2020 Projekt Metamorphosis (www.metamorphosis-project.eu; 2017-2020) befasst sich mit dem Thema wie man durch innovative Verkehrsinnovationen die Lebensqualität in urbanen Räumen, auf Stadtbezirks- und Nachbarschaftsniveau verbessern kann.
Die Projektidee geht von der vom dänischen Stadtplaner Jan Gehl geprägten Prämisse aus, dass sich eine qualitätsvolle und nachhaltige Nachbarschaft vor allem durch die Anzahl der Kinder auf den öffentlichen Plätzen (Straßen, Plätze, Parke) auszeichnet. Basierend darauf, zielt Metamorphosis darauf ab autoorientierte Nachbarschaften in kinderfreundliche Orte umzuwandeln. Dadurch soll nicht nur eine Erhöhung der Lebensqualität, sondern auch eine Verhaltensänderung bezüglich Mobilität erreicht werden.
Die Zahl der Kinder in den öffentlichen Räumen und Straßen einer Stadt ist ein sehr wichtiger Indikator dafür, ob diese Nachbarschaft nachhaltig gut funktioniert. Das Wort nachhaltig ist bereits untrennbar mit Kindern verbunden, weil nachhaltig entworfen für die kommenden Generationen bedeutet. Das ist der Ausgangspunkt von Metamorphosis, und die Ziele des Projekts sind daher folgende:
• Nachbarschaften und Straßen von Auto-orientiert zu Kinder-orientiert transformieren;
• Für öffentliche Räume und Straßen in Nachbarschaften kreative, bahnbrechende Innovationen erreichen: in der Entwicklung der Transformation, im Design, in den dafür notwendigen Verwaltungsabläufen und in den Transformationsprozessen selber
• Kinderfreundliche Mobilitätslösungen entwickeln und einsetzen: z.B. temporäre Nutzung von Parkraum; temporäre Straßensperren (z.B. vor Schulen), Schulstraßen, Ferienstraßen, Spielstraßen, Wohnstraßen, Nachbarschaftsfeste, Unterricht im Straßenraum, usw. usf. – zum Teil sollen die temporären Änderungen dann auch zu dauerhaften Transformationen führen.
• Jede Intervention wird evaluiert und auch wissenschaftlich ausgewertet – einerseits um zu lernen, was gut funktioniert und was Verbesserungsbedarf hat; andererseits um die Erfolge auch auf andere Nachbarschaften und auch in andere Städte verbreiten zu können
In der Umsetzung des Projekts sollen innovative Ansätze zur Planung, Entwicklung, Gestaltung und Verwaltung von öffentlichen Plätzen und Straßen entwickelt werden, z.B. neuartige Ideen zu Interventionen im öffentlichen Raum, zum Einbezug der Bevölkerung oder zur Vereinfachung des Planungsprozesses. Das Hauptaugenmerk und die große Innovation des Projekts liegen dabei auf der umfassenden Einbeziehung von Kindern.
Das Metamorphosis Projekt plant Interventionen im öffentlichen Raum, die Umsetzungen sind in unterschiedlichen Nachbarschaften und in den unterschiedlichen Partnerstädten durchzuführen. Partner in diesem Projekt sind die Städte Alba Julia (RO), Graz (AT), Meran (IT), München (DE), Southampton (UK), Tilburg (NL), und Zürich (CH).
Im Fall von Graz wird als zentraler Punkt versucht den Kindern Freiräume für Unterricht im Freien oder für freie Bewegung zu schaffen. Zentral hierbei ist die Nutzung des Potentials der Plätze vor den Schulen und deren Wandlung von Autoabstellflächen zu frei nutzbaren Bewegungsflächen für Kinder. Die Living Labs erlauben die Transformation von autofreundlich orientierten Nachbarschaften und Straßen in kinderfreundlich orientierte.
Living Labs bringen das Experiment aus der Laborumgebung in die reale Welt (Bajgier et al., 1991), Livings Labs sind laut Prof. William Mitchell vom MIT „eine Forschungsmethodik zum Erkennen, Prototyping, Validieren und Verfeinern komplexer Lösungen in verschiedenen und sich entwickelnden realen Kontexten.“ (Leminen et al,2012). Die Forschung zeigt, dass Living Labs mit Netzwerkstrukturen, die auf umfassenden Wissens- und Informationsaustausch und Zusammenarbeit zwischen mehreren Akteuren aufbauen, eher zu radikalen Innovationen führen als zentralisierte Netzwerkstrukturen die eher zu inkrementalen Veränderungen und Innovationen führen (Leminen, 2013).
Metamorphosis möchte durch die Living Labs zeigen wie die Schulumgebung frei von Autos sein könnte, so dass die Grazer Schüler und Schülerinnen sich im Freien gefahrlos bewegen können, sowie Unterricht auf der Straße zu erlauben, die Kinder zur aktiven Mobilität motivieren und Lehrmaterialen zu entwickeln um die Prinzipen des Metamorphosis Projekts zu vermitteln.
Dieser Prozess, Kinder, ihre Eltern und Lehrerinnen und Lehrer sowie andere Stakeholder einzubeziehen, wurden von den Metamorphosis-Partnern bei der Entwicklung und Evaluierung der Implementierungsstudien übernommen.

Resultate

Auf Anregung der FGM wurde der „autofreie Tag“ 2017 vom (bereits lange autofreien) Hauptplatz auf den Lendplatz verlegt – und auch um einige Straßen erweitert. Im Auftrag der FGM hat FratzGraz mit Kindern aus den angrenzenden Schulen und Kindergarten der Marschallgasse ein Bespielungskonzept und eine Umgestaltungsvorschlag erarbeitet. Bis Juni 2019, haben bereits 6 Living Labs in Graz stattgefunden.
• Zum „Mobilitätsfest“ wurden Living Labs in der Marschallgasse und Gabelsbergerstraße sowie in der Fröbelgasse ausprobiert.
• Während des Lendwirbels im Jahr 2019 wurde die Marschallgasse für 5 Tage gesperrt.
• Neben der Marschallgasse wurden auch die Straßen vor der Gabelsbergerschule und vor der Fröbelschule einen Tag gesperrt und von den Kindern der Schulen genutzt. Zum Teil wurde der Schulunterricht ins Freie verlegt und auch andere Aktivitäten haben im Freien stattgefunden.
• Metamorphosis hat auch mitgewirkt bei der Organisation und Gestaltung der Straßenfeste vom Margarethenbad und am Floßlendplatz und strebt eine Vernetzung und weitere Unterstützung solcher Initiativen an.

Einreicher

FGM-Forschungsgesellschaft Mobilität
Herr Karl Reiter
Schönaugasse 8a, 8010 Graz
reiter@fgm.at
0316 81 0451 523

fgm.at

Partner

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