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Multimodaler Kampf gegen das Zweit- und Drittauto

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Franz Hudribusch, Rollerstellplätze vor der Volksschule

Ziele/Ideen

Acht von zehn Wegen beginnen oder enden zu Hause. Wo wir wohnen und welche Mobilitätsangebote es im Wohnumfeld gibt entscheidet wesentlich über unser Mobilitätsverhalten. Verbesserung des Modal Split durch Anreize und bewusstseinsbildende Maßnahmen. Durch die Motivation der Bewohnerinnen und Bewohner zum Verzicht auf das Zweit- und Drittauto reduziert sich automatisch der Pkw-Anteil. Zweitautos sind zwar mehr Stehzeuge als Fahrzeuge, da sie statistisch in Österreich nur 30 Minuten am Tag bewegt werden, jedoch verbrauchen auch diese versiegelte Flächen. Wir haben bereits in den letzten Jahren zivilrechtliche Vereinbarungen mit Projektentwickelnden geschlossen, dass zum Beispiel ein Parkplatz mit Bäumen zu bepflanzen ist beziehungsweise die Stellplatzanzahl verringert werden kann, wenn ein Mobilitätskonzept vorliegt. Wir gehen auch auf die Wünsche der ewohnerinnen und Bewohner ein, die eine Reduktion der Verkehrsbelastung fordern. Diese ist jedoch zum Teil hausgemacht - die Gemeinde stellt den Bewohnerinnen und Bewohnern deshalb umfangreiche Alternativen zur Verfügung.

Kurzbeschreibung

Wiener Neudorf befindet sich im südlichen Wiener Umland. Wir arbeiten an einem Mobilitätskonzept für alle Bewohnerinnen und Bewohner – vom Kleinkind bis zu Hundertjährigen. Dieses steigert, als wesentlicher Faktor eines ganzheitlichen Umweltkonzeptes, die Lebensqualität in Wiener Neudorf. Wir verteilen den Straßenraum gerecht und fördern umweltfreundliche Verkehrsmittel: schmale Gehsteige weichen barrierefreien Geh- und Radwegen; Attraktivierung des öffentlichen Raumes; Konzept der kurzen Wege; Gratisfahrten mit der Badner Bahn; geförderter Ortstarif für Buslinien inkl. neuer Haltestellen und DFI-Anzeiger; gefördertes E-Car-Sharing; Förderung klimaschonender Mobilität; Fußgänger- u. Radfahrleitsystem; nachhaltige und innovative Raumplanung und Mobilitätskonzepte gemeinsam mit Projektentwicklern. Im Jahr 2021 werden die letzten Lückenschlüsse zur Verbindung mit den Nachbargemeinden sowohl in Nord-Süd als auch Ost-West-Richtung hergestellt.

Resultate

Die Ergebnisse sind, dass Kritisierende zu Befürwortenden zum Beispiel in der Geh- und Radwegplanung wurden. Die Straßenraumgestaltung wurde trotz anfänglichem Widerstand aus der Bevölkerung so ansprechend durchgeführt, dass die Bewohnerinnen und Bewohner diese Gestaltung bei den nächsten Straßenzügen fordern. Die Erhöhung der Zahl der E-Carsharing-Fahrzeuge hat gezeigt, dass ein günstiges von der Gemeinde gestütztes und beworbenes Sharing-Angebot die Auslastung aller Fahrzeuge steigert. Den Zusammenhang sehen wir in der Verfügbarkeit der Fahrzeuge, denn umso mehr Fahrzeuge vorhanden sind umso kürzer ist der Planungshorizont für eine Buchung und dies steigert die Attraktivität. Ein weiterer Indikator sind die Fahrrad- und Scooterabstellanlagen bei der Volksschule. Diese mussten in den letzten Jahren um das 6-fache erhöht werden und sind bereits wieder ausgelastet. Kinder sind besondere Multiplikatoren, denn sie motivieren jetzt ihr Umfeld und helfen uns als positive Verkehrsteilnehmende in der Zukunft.
 

Einreicher

Marktgemeinde Wiener Neudorf
Herr Ing. Fritz Hudribusch
Europaplatz 2, 2351 Wiener Neudorf
f.hudribusch@wiener-neudorf.gv.at
02236/62501-131
0664/1436831
www.wiener-neudorf.gv.at

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