Anders Pendeln
Jahr: 2026
Ziele/Ideen
Innovativ am Reallabor ist, dass wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Projekt „PendelLabor“ zur Veränderung von Mobilitätsverhalten auf Grundlage der Theorie sozialer Praktiken in die Praxis übertra-gen werden. Wesentlich für die Veränderung von Mobilitätsverhalten ist, dass neben den materiellen Voraussetzungen in Veränderungsprozessen auch Fähigkeiten vermittelt werden und neue Bedeutungen entstehen können. In „Anders Pendeln“ vermittelt die Mobilitätsberatung notwendige Fähigkeiten, die lange Erprobungsdauer von vier Monaten fördert die Ausbildung neuer Bedeutungen und Fähigkeiten über Erfahrungswissen. Die kostenlose Teilnahme senkt dabei finanzielle Hürden bei der Anschaffung neues Verkehrsmittel. Durch den Austausch zwischen den Teilnehmenden und die intensive Öffentlich-keitsarbeit wird der Veränderungsprozess in die Gesellschaft getragen.
Kurzbeschreibung
Das Projekt „Anders Pendeln“ ist ein Reallabor, bei dem Teilnehmende E-Bikes, E-Lastenräder und den ÖPNV über vier Monate testen können. Alle Teilnehmenden werden zusätzlich individuell zu ihrem Arbeitsweg beraten, erhalten 150€ für Ausstattung die den neuen Pendelalltag erleichtert und können sich untereinander über eine Chatgruppe austauschen. Bisher wurde ein Pendelexperiment in Friedrichsdorf (Taunus) durchgeführt – drei weitere in Friedrichsdorf, der Wetterau und dem Main-Kinzig-Kreis laufen aktuell bzw. befinden sich in Vorbereitung. Die Experimente finden in Kooperation mit lokalen Akteuren statt. Das Ziel des Forschungsprojekts ist es, den Prozess der Durchführung von Pendelexperimenten zu standardisieren, damit Kommunen, Unternehmen und andere Akteure des Mobilitätsmanagements diese selbstständig durchführen können. Damit soll ein Instrument zur Veränderung von Mobilitätsverhalten, dessen hohe Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen wurde, in die Praxis übertragen werden.
Resultate
Nach der Teilnahme an einem der bisherigen Pendelexperimente nutzen etwa drei von vier Personen deutlich seltener das Auto für den Arbeitsweg. Im Friedrichsdorfer Experiment sind vor dem Experiment fast alle 38 Teilnehmenden ausschließlich mit dem Auto zur Arbeit gefahren. Zum Ende des Experiments sind 11 Teilnehmende gar nicht mehr und weitere 11 nur einen Tag/Woche mit dem Auto zur Arbeit gefah-ren. Dadurch wurden während der Laufzeit des Experiments 8,8 t CO2 eingespart. Zwei Drittel der Teil-nehmenden berichteten von einer Verbesserung ihres Wohlbefindens und führten es auf das veränderte Pendeln, insbesondere mit dem E-Bike, zurück. Noch konnten keine Langzeitwirkungen untersucht werden, auf Grund der Befragungsergebnisse und der Anschaffung von 14 E-Bikes ist aber davon auszugehen, dass sich eine langfristige Verhaltensänderung der Pendelroutine und bei vielen Teilnehmenden auch auf anderen Wegen, z.B. für Freizeit und Erledi-gungen, einstellt.
Partner
Stadt Friedrichsdorf: Lokaler Praxispartner
Dorfbeweger e.V.: Lokaler Praxispartner
KVG Main-Kinzig: Lokaler Praxispartner
Regionalverband FrankfurtRheinMain: Leitung Gesamtprojekt transform-R