Linie Null: Ein offizieller Bus ohne Ziel, ohne Fahrplan – aber voller Möglichkeiten.
Jahr: 2026
Die Linie Null ist ein Projekt des Instituts für Mobilität der Universität St. Gallen, das gemeinsam mit dem Atelier für Sonderaufgaben und den Regionalen Verkehrsbetrieben Baden-Wettingen realisiert wurde. Das Vorhaben reagiert auf gesellschaftlichen Optimierungsdruck, soziale Vereinsamung und die schwindende Wahrnehmung des öffentlichen Verkehrs als sozialen Raum. Als Lösung fuhr ein regulärer Linienbus ohne festes Ziel und ohne Fahrplan. Fahrgäste konnten kostenlos ein- und aussteigen, um nicht effizient von A nach B zu kommen, sondern unvorhersehbare Begegnungen und neue Perspektiven zu erleben. Der Bus diente dabei als sozialer Erfahrungsraum jenseits der reinen Fortbewegung.
Das Besondere an der Linie Null ist die bewusste Umkehrung des Grundprinzips des öffentlichen Verkehrs. Statt Zielorientierung steht das Ungeplante im Zentrum, wobei der Bus als Resonanzraum für unmittelbare menschliche Beziehungen fungiert. Diese künstlerische Intervention verbindet Kunst, Verkehrsbetrieb und Wissenschaft zu einem skalierbaren Modell. Ökologisch verträglich wird das Projekt durch den Einsatz eines elektrischen Busses unterstützt. Der zentrale Beitrag zur ökologischen Mobilität besteht jedoch darin, den öffentlichen Verkehr erlebnisorientiert neu zu inszenieren. Durch die Reduktion der Hemmschwelle für eine nicht primär funktional begründete Nutzung soll die Attraktivität des ÖV gestärkt und so langfristig zu einer Verkehrsverlagerung beigetragen werden.
Mit Stand Mai 2026 ist die dreiwöchige Pilotphase abgeschlossen. In diesem Zeitraum fanden 18 Fahrten statt, die insgesamt 1.263 Fahrgäste nutzten, wobei die Nachfrage von 38 auf bis zu 120 Personen pro Fahrt anstieg. Die mediale Reichweite erstreckte sich über die Schweiz hinaus bis in internationale Medien. Parallel zur Pilotphase liefen wissenschaftliche Auswertungen der Passagierbefragungen sowie interne Mitarbeiterbefragungen. Die Ergebnisse dieser Analysen bilden die Grundlage für die weiteren Schritte. Geplant ist, das Konzept als internationales Modell weiterzuentwickeln und auf Tour zu schicken, wobei bereits Anfragen anderer Verkehrsbetriebe vorlagen.
Diese Zusammenfassung ist teilweise KI-modifiziert.
Partner
Atelier für Sonderaufgaben: Konzept & künstlerische Leitung
RVBW (Regionale Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen): Projektträgerin, Betrieb der Busse
Zukunftslabor: Komplizen