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Shared Space - Sonnenfelsplatz Graz

Ziele/Ideen

Das umgesetzte Konzept „Shared Space" setzte sich zum Ziel den Sonnenfelsplatz zu einen lebenswerten Straßenraum für alle zu schaffen und dadurch die Mobilitätskultur durch Förderung der Koexistenz der VerkehrsteilnehmerInnen zu verbessern. Der vom Verkehr dominierter öffentliche Raum soll so gestaltet werden, dass er zu einem Ort der menschlichen Begegnung, der Kommunikation und des sozialen Umgangs wird.
Der Sonnenfelsplatz ist ein täglicher Kreuzungspunkt mit ca. 15.000 motorisierten Fahrzeugen, 8.000 FahrradfahrerInnen, 14.000 FußgängerInnen und vier städtischen Buslinien.
Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Shared Space auf eine Nivellierung der Bordsteine und Abgrenzungen sowie auf möglichst weitgehendem Verzicht auf Lichtsignalanlagen, Beschilderung, Fahrbahnmarkierungen. Verkehrsteilnehmerinnen und Nutzungen sollen sich den Raum teilen, wobei die allgemeinen Verkehrsregeln weiterhin Gültigkeit besitzt.

Kurzbeschreibung

Eine Generalsanierung des Sonnenfelsplatzes war seit Jahren dringend notwendig. Mit einer Frequenz von 15.000 Fahrzeugen/Tag, zu Spitzenzeiten 3.400 FußgängerInnen und 640 RadfahrerInnen pro Stunde hat die Zeit ihre Spuren am Platz hinterlassen und macht gleichzeitig deutlich, dass der Kfz-Verkehr nicht den Hauptanteil der Verkehrsbelastung ausmacht.
Die Planungen zum Projekt wurde gemeinsam mit den BürgerInnen und einem achtköpfigen Projektteam im Zuge eines neuartigen konzentrierten, interdisziplinieren Planungs- und Beteiligungsverfahrens genannt „Charette“ erarbeitet. Generell wurde bei der Neugestaltung des Platzes auf Barrierefreiheit großen Wert gelegt. Ein taktiles Leitsystem am gesamten Sonnenfelsplatz, das Entfernen aller Hindernisse sowie Verkehrszeichen und Bordsteine führte auch bei mobil eingeschränkten Menschen zu einer hohen Akzeptanz und Lob des Projektes. Die motorisierten Verkehrsflächen wurden aufs Mindestmaß reduziert um FußgängerInnen mehr Raum zu geben. Die Eröffnung des Sonnenfelsplatz fand am 11. Oktober 2011 statt.

Resultate

Das Projekt hat gezeigt dass, räumliche Suggestionen den Menschen mehr ansprechen als Verbote. Durch die nicht Reglementierung des Raumes wird eine subjektive Unsicherheit bei VerkehrsteilnehmerInnen geweckt bzw. provoziert, die zu einer erhöhten Aufmerksamkeit und Wahrnehmung sowie zu einem verstärkten sozialen Verhalten führt. Unsicherheit führt zu geringeren, angepassten Fahrgeschwindigkeiten und zugleich zu einer verbesserten Unfallstatistik (keine schweren Unfälle).
Die nicht KFZ orientierte Gestaltung des Raumes und verstärkte Durchmischung sowie Sitzmöblierungen führen zu einer Verbesserung der räumlichen und sozialen Qualitäten und zu einer verlängerten Aufenthaltsdauer - Erhöhung der Lebensqualität.
Als Basis für die Umsetzung eines Shared Space Projektes ist die durchmischte Existenz von motorisierten und nicht motorisierten Verkehrsteilnehmern notwendig.

Einreicher

Stadt Graz - Stadtbaudirektion
Herr Dipl.-Ing. Thomas Fischer
Europaplatz 20
8011 Graz

+43 316 872 3510
thomas.fischer@stadt.graz.at

Partner

EU-Projekt PIMMS transfer - Interreg 4c
Dipl.-Ing. Heike Falk

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