Wir verwenden Cookies um Ihnen bestmöglichen Service zu bieten. Indem Sie diese Seite nutzen, erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.

GREISSLER.PLUS

GREISSLER.PLUS
Log-035 2019 F&E-Projekt GREISSLER.PLUS

Ziele/Ideen

Supermärkte großer Lebensmittelkonzerne werden hauptsächlich in Gebieten mit höherer Bevölkerungsdichte angesiedelt, um eine größere Anzahl von Konsumentinnen und Konsumenten zu bedienen. Diese Unternehmen bieten oft ein breites Warensortiment zu wettbewerbsfähigen Preisen und verfügen über ausreichend Budget, um teure Marketingkampagnen zu betreiben – ganz im Gegensatz zu den kleinen Greißlerein und Nahversorgungsbetrieben, die meist im Ortskern zu finden sind.
Bewohnerinnen und Bewohner ländlicher Gebiete, wo Öffentlicher Verkehr meist nur spärlich vorhanden ist, sind durch diese Entwicklungen gezwungen ihre Einkaufswege mit dem Auto bzw. anderen Verkehrsmitteln zu erledigen. Dies führt in weiterer Folge dazu, dass Betreiberinnen und Betreiber von kleinen Lebensmittelgeschäften unter diesen Bedingungen nicht konkurrenzfähig sind und somit der Fortbestand ihres Unternehmens gefährdet ist. Ältere und weniger mobile Menschen müssen oft andere um Hilfe bitten und sind durch die genannte Entwicklung gefährdet, sich selbst zu versorgen und eigenständig leben zu können. Berufstätige und Personen mit pflegerischen Aufgaben sind ebenfalls zunehmend auf Alternativen angewiesen. Zusätzlich zur Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs besteht auch die Gefahr, dass die soziale Funktion der lokalen Nahversorgungsunternehmen als Treffpunkt und Austauschmöglichkeit verloren geht.

Kurzbeschreibung

Der Zugang zu Nahversorgung stellt für alle Menschen ein Grundbedürfnis dar. Dies gestaltet sich in dispersen und entlegenen Siedlungsgebieten zunehmend schwieriger, weil kleine lokale Nahversorgungsbetriebe in diesen meist ländlichen Regionen sukzessive von Filialen großer Supermarktketten vom Markt gedrängt werden.
Ziel des kooperativen Forschungs- und Entwicklungsprojekts GREISSLER.PLUS war es, moderne, IT-gestützte Lösungen zur Sicherstellung der Nahversorgung in ländlichen Regionen zu entwickeln. Dabei diente die Kleinregion Schneebergland mit ihren 18 Gemeinden als Pilotregion für dieses Projekt. Weitere Ziele waren die Durchführung einer Testphase sowie die nachhaltige Implementierung unserer Lösung in der Region.

Resultate

Erste Ergebnisse waren die Auswertungen der Bedarfsanalyse, welche in Form von Umfrage und Workshops durchgeführt wurden. Dabei stellte sich beispielsweise heraus, dass 200 von 227 Befragten angaben, das Auto als Selbstfahrerin und Selbstfahrer überwiegend bzw. auch in Kombination mit anderen Verkehrsmitteln für den Einkauf von Lebensmittel zu wählen. In 217 von 227 Rückmeldungen wurden Filialen großer Supermarktketten als besuchte Geschäfte genannt.
Drei Viertel der Befragten gaben an, überwiegend regionale Produkte zu kaufen und knapp 90 Prozent sind zudem bereit mehr Geld dafür zu bezahlen. Zwei Drittel möchten den Ursprung ihrer Lebensmittel kennen und 85 Prozent möchte alle Produkte für den täglichen Bedarf an einem Ort kaufen können. Des Weiteren wünschen sich mehr als drei Viertel der Befragten mehr Informationen über regionale Produkte und wo diese erhältlich sind.
Nach der Vorstellung der Idee einer Online-Plattform in der Umfrage wurde erhoben, ob sich die befragten Personen vorstellen können, eine solche Plattform zum Lebensmitteleinkauf zu nutzen. Dabei kreuzten 41 Prozent „Ja, für alle Einkäufe“ und 33,5 Prozent „Ja, für bestimmte Produktgruppen“ an. Ein Viertel gab an, ihre Lebensmittel nicht online beziehen zu wollen und zwei Personen enthielten sich ihrer Antwort. Drei Viertel gaben an, sich meist schnell auf Online-Plattformen zurechtzufinden, ein Viertel eher nicht.
Ein wesentlicher Wunsch von zwei Drittel der Befragten war, dass sie über die Plattform direkt bei unterschiedlichen Produzentinnen und Produzenten bestellen und bezahlen können wollen. Im Rahmen der Umfrage wurde zudem erhoben ob die Befragten die Möglichkeit haben möchten ihre Produkte an einem Ort selbst abholen zu können. Dieser Frage stimmten mehr als 80 Prozent zu, was das Projektteam dazu veranlasste, Möglichkeiten zur Etablierung von Abholstationen abzuwägen und gangbare Wege zur Umsetzung zu finden.
Ein weiteres Ergebnis des Projekts war die Realisierung der Online-Plattform und die Implementierung in der Pilotregion Schneebergland sowie erste Erkenntnisse der durchgeführten Testphase. Dies führte letztlich dazu, dass die Plattform von einem Unternehmer übernommen wurde mit dem Ziel sie wirtschaftlich nachhaltig zu betreiben und weiter auszubauen.
Im Jänner 2019 wurde das Konzept von einem Unternehmer aus der Region übernommen. Dieses Projekt, kann auch in andere Regionen übertragen werden, woraus entsprechende Geschäftsmöglichkeiten etabliert werden können .

Einreicher

Fachhochschule Technikum Wien
Herr Lukas Rohatsch
Höchstädtplatz 6, 1200 Wien
lukas.rohatsch@technikum-wien.at
06764462609
 

auf Facebook teilen twittern