Wir verwenden Cookies um Ihnen bestmöglichen Service zu bieten. Indem Sie diese Seite nutzen, erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.

WheelSim VR - E-Rollstuhlsimulator zum Erlernen der Steuerung und Verbesserung der Fahrsicherheit mittels VR (Virtual Reality)

WheelSim VR - E-Rollstuhlsimulator zum Erlernen der Steuerung und Verbesserung der Fahrsicherheit mittels VR (Virtual Reality)
MM-011 2020 WheelSim VR

Ziele/Ideen

Rollstühle und im Speziellen E-Rollstühle stellen für Menschen, die entweder von Geburt an oder durch eine erworbene Beeinträchtigung in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, unverzichtbare Hilfsmittel dar und sind in vielen Fällen Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben.

Eine kompetente Handhabung ist entscheidend für die Sicherheit im Umgang mit dem E-Rollstuhl, reduziert Unfälle, Selbst- und Fremdgefährdung und Sachbeschädigungen. Allein in Österreich kommt es jährlich zu rund 1.800 Unfällen bei denen RollstuhlfahrerInnen oder deren betreuende Personen verletzt werden. Gerade zu Beginn wäre daher die Möglichkeit des gefahrlosen Trainierens wünschenswert, um die vielfältigen Anforderungen zu Hause, im Straßenverkehr und bei Freizeitaktivitäten schrittweise zu erlernen. Es ist naheliegend, hierfür die Möglichkeiten von Virtual Reality einzusetzen: Mit dieser Technologie ist es möglich, in Situationen so einzutauchen und zu interagieren, dass diese vom Bewusstsein als real wahrgenommen werden und ein Transfer des Erlernten in die echte Welt möglich ist.

Eine besondere Herausforderung stellt die Versorgung von Menschen mit komplexen Beeinträchtigungen dar. Kann eine Person z.B. bei starker Skoliose (Wirbelsäulenkrümmung) nicht aus eigener Kraft aufrecht sitzen, muss z.B. in einem ersten Schritt der Sitzbereich individuell angepasst werden. Da hier bereits Kosten anfallen, möchten insbesondere Kostenträger sicherstellen, dass die Person den Rollstuhl auch tatsächlich steuern kann. Wird eine solche Befähigung nicht zugetraut, läuft der/die Antragsteller/In Gefahr, dass der Antrag auf Versorgung mit einen E-Rollstuhl abgelehnt wird. Die virtuelle Simulation ermöglicht diesem Personenkreis das Erlernen der E-Rollstuhlbedienung, bevor spezielle Anpassungen nötig sind, und unterstützt bei der Demonstration der Befähigung gegenüber Krankenkassen und Versicherungen.

Darüber hinaus gilt es festzustellen, wie eine Person den Rollstuhl am besten steuern kann (Frage der optimalen Ansteuerung). Idealerweise sind hier Fachleute aus der Reha-Technik und Therapie beteiligt, der Prozess ist typischerweise ein stufenweises Annähern an die beste Lösung. Auch hier erlaubt es die virtuelle Simulation, diesen Prozess mit gängigen assistierenden Technologien für den Computer zu beschleunigen bzw. zu unterstützen.

Des Weiteren kommt neben dem grundsätzlichen Training des Umgangs mit einem E-Rollstuhl, dem Erlernen und Festigen verkehrsrelevanter Verhaltensregeln eine weitere wichtige Bedeutung hinzu. Sich mit einem E-Rollstuhl im öffentlichen Raum bewegen zu können, erhöht die Autonomie und fördert die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen.

Nicht unwesentlich erscheinen uns auch die Möglichkeiten der virtuellen E-Rollstuhlsimulation zur Sensibilisierung von Menschen ohne Beeinträchtigungen, wie z.B. EntscheidungsträgerInnen im öffentlichen Bau. Eine realistische Simulation ermöglicht das Sichtbarmachen der speziellen Perspektive der RollstuhlfahrerInnen, der Herausforderungen und Barrieren, denen sie im öffentlichen Raum begegnen.

Kurzbeschreibung

Ziel des Projekts ist die Konzeptionierung und technische Umsetzung eines virtuellen Simulators für Elektrorollstühle unter Verwendung aktueller Virtual Reality-Technologie, um Menschen mit erheblichen Mobilitätsbeeinträchtigungen das Erlernen und Trainieren der E-Rollstuhlsteuerung zu ermöglichen. Dabei sollen vielfältige, alltagsrelevante Situationen und Umgebungen zum Beispiel in Gebäuden, im öffentlichen Raum und im Straßenverkehr simuliert werden. Neben der grundsätzlichen Handhabung eines E-Rollstuhls werden verkehrserzieherische Inhalte, unter anderem wichtige Verkehrssituationen, Bremsweg, Anpassung der Geschwindigkeit, auf das Fahren im Straßenverkehr vorbereiten. In WheelSim VR werden bewusst Gamification-Elemente verwendet, um die Motivation der Benutzenden zu steigern, und wichtige Parameter protokolliert, um die Handhabung auswerten zu können.

Resultate

Im Rahmen von Pretests wurde eine erste Version des Prototyps mit insgesamt 6 Personen aus der Zielgruppe der RollstuhlfahrerInnen und 7 ExpertInnen (ErgotherapeutInnen, PhysiotherapeutInnen und Reha-TechnikerInnen) getestet.
Das Feedback der RollstuhlfahrerInnen war durchwegs positiv und wurde durch Verbesserungsvorschläge zur Menünavigation oder der Rollstuhl-Steuerung ergänzt. Die ExpertInnen merkten an, dass sie WheelSim VR eher gern benützen und nicht zu komplex finden, die Bedienung eher einfach war, gut integrierte Funktionen aufweist, der Umgang eher schnell erlernbar ist und man sich bei der Benutzung sicher fühlt. Das so eingeholte Feedback aus den Pretests floss in die weitere Entwicklung ein und wurde zum Großteil bereits erfolgreich umgesetzt.

Einreicher

LIFEtool gemeinnützige GmbH
Herr Stefan Schürz
Hafenstraße 47-51, 4020 Linz
stefan.schuerz@lifetool.at
06642351743

www.lifetool.at

Partner

Netural GmbH: Expertise VR App-Entwicklung, Grafikdesign

KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit): Expertise Verkehrssicherheit, Evaluationskonzept

Bandagist Heindl GmbH: Praktisches Wissen E-Rollstuhlversorgung

auf Facebook teilen twittern