Öffentliche Anreise für den größten Musikwettbewerb der Welt – Das Mobilitätskonzept des ORF für den Eurovision Song Contest 2026
Jahr: 2026
Bundesland: Wien
Ziele/Ideen
Der ESC ist der größte Musikwettbewerb der Welt und eine internationale Großveranstaltung, die dieses Jahr ungefähr 100.000 Gäste in die Wiener Stadthalle gelockt hat. Wenn ein Event dieser Größenordnung zeigt, dass eine öffentliche und nachhaltige Anreise der Mitarbeiter:innen und der Gäste funktioniert, hat das eine enorme Signalwirkung. Darüber hinaus ist die transparente Berechnung aller Verkehrsströme, des ESC in dieser Granularität einzigartig. Hinzu kommt eine bisher nicht dagewesene Vernetzung der wichtigsten Mobilitätspartner, die die Wichtigkeit dieses Projekts aufzeigt und einen lückenlosen Austausch über die Verkehrsströme der Besucher ermöglicht. Die Kombination aus fußläufigen Mitarbeiter:innen-Unterkünften und Gratis-Öffis für Ticketkäufer:innen sowie Taktverdichtungen der Wiener Linien macht den Verzicht auf den Individualverkehr besonders einfach.
Kurzbeschreibung
Das Mobilitätskonzept des ORF für den Eurovision Song Contest 2026 in Wien ist zentraler Bestandteil einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie. Die Unterkünfte der Crew wurden so gewählt, dass sie möglichst nah an der Wiener Stadthalle liegen, sodass der Veranstaltungsort fußläufig erreichbar ist. Darüber hinaus konnten einzelne Mitarbeiter:innen die Wiener Linien gratis nutzen und die Frequenz bestimmter Tram-Linien und der U6 wurde erhöht. Gäste konnten außerdem mit ihrem Ticket die Wiener Linien zwei Stunden vor und nach den Shows gratis nutzen. Zusätzlich wurde eine ÖBB-Lok, Wiener Linien Busse und Trams, sowie WienMobil Räder mit dem ESC-Logo gekennzeichnet, um den öffentlichen Verkehr zu bewerben. Gemeinsam mit einem Expertenteam berechnet der ORF alle beim ESC ausgestoßenen Emissionen. Für die logistische Umsetzung und Datenerhebung wurden bereits im Vorfeld die wichtigsten strategischen Mobilitätspartner an einen Tisch geholt, um die Verkehrsströme so detailliert wie möglich.
Resultate
Als erstes Event dieser Größenordnung erhielt der ESC 2026 offiziell die Umweltzeichen für „Green Producing“ (UZ 76) sowie für „Green Event“ (UZ 62). Die Besucher:innen aus 75 Ländern wurden durch die Taktverdichtung der Wiener Linien und das integrierte Gratis-Öffi-Ticket staufrei und ohne Verkehrschaos zur Stadthalle transportiert. Die größte Wirkung liegt im Nachhaltigkeits-Standard. Der ORF hat bewiesen, dass ein Mega-Event mit rund 100.000 verkauften Tickets ökologische Standards implementieren kann und ohne den Verkehrskollaps einer Großstadt durchgeführt werden kann.